Mit der Rakete zur Milchstraße: „Ferne Galaxien“ entstehen auf noch marodem Spielplatz an der Utrechter Straße

Derzeit nur eine Brache mit maroder Kletterkombi: Der Spielplatz an der Utrechter Straße. (Foto: Dirk Jericho)

Wedding. In den kommenden Tag beginnt die Verwandlung des heruntergekommenen Spielplatzes an der Utrechter Straße 39 in ein Astronauten-Trainingslager.

„Ferne Galaxien“ hat Landschaftsarchitektin Dagmar Gast ihr Konzept genannt. Herzstück des neuen Spielplatzes wird eine blaue Rakete, von der die kleinen Astronauten zu Entdeckungstouren starten können.

Der Kleinkinderspielplatz ist derzeit eigentlich nur eine Brache zwischen den Häusern, in deren Mitte eine vergammelte Kletterkonstruktion mit zwei Rutschen steht. Der Bezirk lässt den Spielplatz im Rahmen des Kita- und Spielplatzsanierungsprogramms (KSSP) bis Ende des Jahres aufpeppen. Er ist einer von insgesamt zehn Spielplätzen, die in diesem Jahr saniert werden.

Planerin Dagmar Gast hat mit ihrem Weltraumentwurf einen Wettbewerb gewonnen. „Der Platz ist eigentlich nur ein Stück leere Erde“, beschreibt sie den momentanen Zustand. Benachbarte Kitas wurden in die Planungen einbezogen. In den kommenden Wochen entsteht „eine Welt mit Rakete, Meteoriten und einem Ufo, auf dem man die Faszination der Fliehkraft erleben kann.“ Sogar ein grünes Marsmenschlein als Schaukel gibt es, den die Planer Wackel-Alien getauft haben. Über den Platz windet sich ein Holzsteg, der als Milchstraße alles verbindet. Das alte Betonpflaster wird mit reflektierenden Sonnen, Monden und Sternen „aufgepeppt“, wie Dagmar Gast sagt. Der Zaun wird vier Meter zur Straße versetzt. Die bisherige Pflanzfläche wird gerodet und gepflastert. Insgesamt 79 000 Euro kostet der neue Spielplatz.

Der Umbau sollte eigentlich schon vor vier Wochen starten, hat sich aber verzögert. Grund war, dass die Ausschreibung für die Baufirmen wiederholt werden musste, weil alle Angebote über dem Budget lagen. Aus Kostengründen musste ein wenig umgeplant werden, „was man aber kaum merkt“, so Gast. Jetzt werden statt drei knallgelben Bänken nur noch zwei aufgestellt.

Ebenfalls für rund 80 000 Euro wird in diesem Jahr aus dem Spielplatzsanierungsprogramm der Spielplatz für Kleinkinder an der Ackerstraße 147 erneuert. Komplett neu gestaltet wird auch der Spielplatz an der Luiseninsel im Großen Tiergarten. Den Zuschlag dafür hat ebenfalls Landschaftsarchitektin Dagmar Gast bekommen. Sie kann dort für ihr Bewegungskonzept mit Baumhaus und Geschicklichkeitselementen 160 000 Euro verbauen. Der Spielplatzneubau im Großen Tiergarten ist somit der teuerste.

Auf sieben weiteren Spielplätzen werden nur kleinere Sachen gemacht. So werden einzelne Spielgeräte erneuert oder defekte repariert. Dafür stehen jeweils zwischen 20 000 und 50 000 Euro zur Verfügung. Saniert werden die Spielplätze an der Hussitenstraße, der Unionstraße 12, der Bissingzeile, auf dem Oswald-Schuhmann-Platz im Großen Tiergarten, an der Swakopmunder Straße und der Togostraße 57.

Bereits 2014 und 2015 wurden aus dem KSSP-Topf 22 Spielplätze im Bezirk saniert. DJ
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