Schimmel: Feuchter Keller im Haus der Gesundheit gesperrt

Feuchter Keller. Das Aktenarchiv mit Tausenden Patientendokumenten im Haus der Gesundheit ist mit Schimmel verseucht. (Foto: Dirk Jericho)

Wedding. Die Zukunft von Tausenden Patientenakten im Gesundheitsamt in der Reinickendorfer Straße 60 ist ungeklärt. Sie sind verschimmelt und sollen, wenn möglich, digitalisiert werden.

Im Haus der Gesundheit sind alle Aktenkeller gesperrt. "Betreten verboten! Gesundheitsgefährdung" steht an den Türen. Dahinter lagern Tausende Akten von Patienten, die sich hier von den Ärzten und Zahnärzten des öffentlichen Gesundheitsdienstes behandeln lassen haben. Sie können vorerst nicht mehr eingesehen werden, da für die Aktenräume strengstes Zutrittsverbot gilt.

Mitarbeiter hatten im vergangenen Jahr modrigen Gestank im Keller gemeldet. Bei Raumluftmessungen wurden "in zahlreichen Räumen signifikant bis stark erhöhte Schimmelpilzkonzentrationen" festgestellt, wie der für das Gesundheitsamt zuständige Bürgermeister Christian Hanke (SPD) mitteilt. Auch die Hängeregister sind verschimmelt. Es wurde überlegt, ob Mitarbeiter in Schutzkleidung schon mal die Akten aussortieren können, deren gesetzliche Aufbewahrungsfrist abgelaufen ist. Wegen des Raumluftgutachtens hat der Arbeitsmedizinische Dienst davon dringend abgeraten.

Das Bezirksamt prüft derzeit mit zwei Fachunternehmen das weitere Vorgehen. Wie Hanke auf eine Anfrage der Linke-Fraktion sagte, sollen die kontaminierten Akten wenn möglich gereinigt werden. Völlig verschimmelte Dokumente sollen digitalisiert werden, "um die Informationen auf diese Weise zu konservieren", heißt es. Fest steht wohl, dass die feuchten Keller im Gesundheitsamt nicht mehr als Aktenlager genutzt werden. Die Keller sind nass, weil sie im Grundwasser stehen. Nach Informationen der zuständigen Senatsverwaltung liegt der höchste Grundwasserspiegel 36 Zentimeter über dem Kellerfußboden. "Aus diesem Grund wird der Keller auf Dauer nicht mehr als Aktenarchiv nutzbar sein", so die für alle bezirklichen Gebäude zuständige Stadträtin Sabine Smentek (SPD). Derzeit werde geprüft, wo die Archive zukünftig untergebracht werden können.


Dirk Jericho / DJ
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