Auf die Plätze Piraten los: Anfang Oktober eröffnet eine neue Kita für 62 Kinder

Marina Reich und Jeannette Bennemann (rechts) wollen Kinder individuell fördern. Foto: Josephine Klingner (Foto: Josephine Klingner)
 
Die Bauarbeiten schreiten zügig voran, denn ab dem 1. Oktober sollen die Kinder hier ihre Welt kreativ und spielerisch erkunden. (Foto: Josephine Klingner)
Berlin: Kita Piratenkids |

Wedding. Im Parkviertel entsteht derzeit eine neue Kita. Ab Oktober können Kinder hier ihre Lebenswelt selbstständig erkunden und gestalten, betreut von Erzieherinnen in mehreren Sprachen.

Berlin wächst und der Bedarf an Kita- und Tagespflegeplätzen ist groß. Ihre Anzahl stieg laut Statistischem Bundesamt Berlin-Brandenburg 2015 im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent auf 160 772. Allein in Mitte sind es 18 253 Plätze. Trotz alledem – so steht es im aktuellen Bedarfsatlas der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft – hat der Bezirk nur noch wenig Reserven, um der steigenden Kinderzahl gerecht zu werden.

Das hat auch Jeannette Bennemann erkannt. Sie gründete kurzerhand einen gemeinnützigen Verein, um ihre Kita „PiratenKids“ in der Otawistraße 27 ins Leben zu rufen. Dabei hat sie sich bewusst für eine kleine Kita entschieden: „Das ist einfach viel familiärer für die Kinder.“

62 Piraten und Prinzessinnen zwischen einem und sechs Jahren sollen künftig in fünf Gruppen teiloffen nach dem Situationsansatz und nach der Montessoripädagogik betreut werden. Das Konzept verfolgt das Ziel, Kinder unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft darin zu unterstützen, ihre Lebenswelt zu verstehen und selbstbestimmt zu gestalten. „Dabei fangen wir die Kinder dort auf, wo sie in ihrer Entwicklung stehen. So können wir individuell auf jedes Kind eingehen und uns ihren Bedürfnissen anpassen“, erklärt Geschäftsführerin Bennemann.

In offenen Gruppenräumen – darunter ein Atelier zum Malen und ein Kreativraum zum Basteln, eine Kinderküche und eine Verkleidungsecke mit alten Kostümen und Tüchern – können die Kleinen ihre Welt spielerisch erforschen und soziale Kontakte zueinander aufbauen. Dazu zählt auch ein Bewegungsraum. „In diesem werden die motorischen Fähigkeiten unter anderem mit Geräten zum Klettern und Balancieren nach dem pädagogischen Ansatz von Emmi Pikler gefördert“, sagt Leiterin Marina Reich.

Gleich hinter dem Haus befindet sich ein 400 Quadratmeter großer Spielplatz mit einer Rennstrecke für Bobbycars, einer Holzhütte und einem Kletterturm mit Rutsche. Hochbeete, in denen Kräuter wie Rosmarin und Salbei wachsen, und ein Fühlpfad mit Gräsern und Moosen, den die Kinder mit verbundenen Augen ertasten können, sollen die Sinne anregen. „Wir möchten mit den Kindern möglichst viel Zeit an der frischen Luft verbringen – egal bei welchem Wetter“, so Reich.

Zum Frühstück und zur Vesper stehen frisches Obst und Gemüse, Vollkornbrot und Müsli auf dem Speiseplan. „Wir legen sehr viel Wert auf gesunde Ernährung ohne Wurst und Fleisch“, sagt Bennemann. Deshalb komme auch zur Mittagszeit nur vegetarisches Essen auf den Tisch.

Rund 650 000 Euro hat der Bau der Kita gekostet, finanziert mit privaten Ersparnissen und Mitteln des Landes Berlin. Am 1. Oktober öffnet sie zwischen 7 und 17 Uhr ihre Türen. Derzeit sucht die Einrichtung noch nach mehrsprachigen Erzieherinnen unterschiedlicher Nationalitäten. Eltern können ihre Kinder bereits jetzt anmelden. JK

Weitere Informationen gibt es unter  0163/443 01 14 und auf der Website www.piratenkids.de.
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