Hausgemeinschaft organisiert Filmabende im Hinterhof

Zur Premiere wurde der Kinofilm „Suicide Club“ mit Schauspielerin Katja Götz (links), Initiatorin und Bewohnerin des Hauses, gezeigt. (Foto: Kai Kretschmann)

Wedding. Im Hof des Wohnhauses in der Malplaquetstraße 13 A laufen einmal im Monat Open Source Filme. Die Initiatoren des Kiezkinos wollen so Nachbarn zusammenbringen.

Meistens wurschtelt jeder vor sich hin und macht seinen Job. "Es gibt so viel Potenzial hinter verschlossenen Türen", weiß Kai Kretschmann. Der Designer lebt in einem Haus, in dem die Bewohner - Freiberufler, Kreative, Musiker und ganz normale Angestellte - schon eine Menge zusammen machen. Im Keller gibt es einen Gemeinschaftsraum, in dem regelmäßig Jam Sessions stattfinden. Seit November läuft auch die Filmreihe Kino im Kelller. Die Leute sollen zusammenkommen, sich kennenlernen, voneinander profitieren und neue Netzwerke knüpfen.

Jetzt hatte Kretschmann gemeinsam mit seiner Nachbarin die Idee, das Filmprojekt im Sommer auf den Hof auszuweiten. Das Quartiersmanagement (QM) fördert solche Aktionen, die die Nachbarschaft ankurbeln. 300 Euro gab es für das Kiezkino aus dem QM-Fonds. Zudem dürfen die Initiatoren leihweise die Verstärkeranlage vom QM für die Vorführungen nutzen.

Einmal im Monat will Kretschmann im Hof Filme zeigen, solange das Wetter mitspielt. Dann gehts im Keller weiter. Gezeigt werden ausschließlich Open Source Filme, also Streifen ohne Lizengebühren. Filmemacher aus dem Kiez können ihre Produktionen zeigen. Bei der Premiere im Hof der Malplaquetstraße wurde der Kinofilm "Suicide Club" gezeigt. Protagonistin in dem Streifen ist Schauspielerin Katja Götz, Initiatorin des Kiezkonos und Bewohnerin des Hauses Malplaquetstraße 13 A. "Das zeigt, dass wir Filme aus dem Kiez oder mit Leuten aus dem Kiez zeigen wollen", so Kretschmann. Er plant auch ein kleines Kurzfilmfestival. Kretschmann betont, dass das Kiezkino keine kommerzielle Veranstaltung ist. Eintritt gibt es nicht. Wer spenden möchte, kann dies natürlich gerne tun.

Zu den Kinoabenden ist prinzipiell jeder willkommen. Das Projekt läuft über Mund-zu-Mund-Propaganda. Kretschmann will die Leute aus dem Kiez erreichen und zusammenbringen. Auf 100 fremde Touristen, die glauben, etwas besonders Abgefahrenes in Wedding erleben zu können, haben die Initiatoren eigentlich keinen Bock. Die nächsten Filmabende sollen auf der Homepage ( www.pankstrasse-quartier.de) oder Facebookseite des QM-Pankstraße angekündigt werden. Man kann sich auch unter E-Mail: kk-kinoimkiez@mail.de für den Newsletter anmelden, um keinen Termin zu verpassen.


Dirk Jericho / DJ
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