Degewo-Vorstand Frank Bielka geht in den Ruhestand

Immer ein Lächeln für die Fotografen. Frank Bielka bei der Namensweihe des sanierten Degewo-Brunnens in der Brunnenstraße. (Foto: Dirk Jericho)

Wedding. Frank Bielka war Berlins bekanntester Chef eines Wohnungsunternehmens. Als charismatischer Vorstand von Berlins größter kommunaler Wohnungsbaugesellschaft Degewo hat er auch maßgeblich Weddings Image aufpoliert.

Immer dieses breite Lachen auf den Fotos. Frank Bielka ist das Gesicht der Degewo. Es gibt sicher wenige, die den Degewo-Chef nicht kennen. Der frühere Politiker hat sich gern fotografieren lassen. Ob beim Anschalten des sanierten Brunnens vor den Degewo-Häusern in der Brunnenstraße oder beim Enthüllen von Fliesenbildern, die Kitakinder in Hofdurchgängen gestaltet haben - Bielka war kein Termin zu popelig, um nicht selbst in die Kameras zu lächeln. Nach dem Motto, tue Gutes und rede darüber, hat der 66-Jährige jedes Engagement seiner Gesellschaft bestens verkauft.

Das Brunnenviertel zum Beispiel hat sich sehr entwickelt. Heute gibt es in den Häusern kaum noch Leerstand. Auch Besserverdiener wollen gern hier wohnen. Unter Bielkas Führung hat sich das negative Image von Wedding erheblich gewandelt. Die Degewo unterstützt zahlreiche Projekte im Kiez, arbeitet intensiv mit dem Quartiersmanagement zusammen und bietet einen großen Service für Mieter, der weit über das eigentliche Vermietungsgeschäft hinausgeht. In der Brunnenstraße gibt es zum Beispiel den Degewo-Beratungspavillon. Sozial-, Sucht- und Schuldenexperten beraten hier Mieter aus dem Brunnenviertel, die Hilfe brauchen. Stadtrendite nennen Experten das. Funktionierende Viertel ziehen Besserverdiener und somit Steuerzahler an, weniger Schulschwänzer und mehr erfolgreiche Schulabschlüsse bedeuten weniger Folgekosten für den Staat, die Polizeieinsätze gehen zurück. Bielka hat sich für derartige Investitionen in die Zukunft, die unterm Strich allen zugute kommen, immer starkgemacht.

Der gebürtige Berliner war viele Jahre Politiker mit SPD-Parteibuch. Bielka war erst Jugendstadtrat und zwei Jahre Bürgermeister in seinem Heimatbezirk Neukölln. Danach war er zwölf Jahre lang Staatssekretär sowohl in der Bau- als auch in der Finanzverwaltung. Sein Wechsel in den Degewo-Vorstand 2003 hatte für große Diskussionen gesorgt. In seiner Funktion als Staatssekretär war Bielka zuvor Aufsichtsratsvorsitzender der Degewo. Und der Aufsichtsrat hatte kurz vor Bielkas Wechsel die Vorstandsbezüge erhöht. Das ist heute Schnee von gestern. Bielkas Erfolge haben den ruckligen Start in die Degewo-Spitze weitestgehend vergessen gemacht.

Bielkas Nachfolgerin im Degewo-Vorstand ist Kristina Jahn. Die 39-Jährige leitet ab sofort gemeinsam mit Vorstandsmitglied Christoph Beck die Geschäfte der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft. Die Mutter von vier Kindern war zuletzt Geschäftsführerin bei Deutsche Annington Business Management GmbH für Westfalen. Zuvor war Jahn unter anderem Asset- und Portfoliomanagerin bei der Deutschen Annington.


Dirk Jericho / DJ
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