Gedenktafel für Kinderarzt enthüllt: Ehrung für Heinrich Finkelstein

Staatssekretärin Hella Dunger-Löper und Medizinhistoriker Thomas Lennert enthüllten die Gedenktafel im EGZB. (Foto: Thomas Platow)
Berlin: Evangelisches Gerieatriezentrum Berlin |

Wedding. Am ehemaligen Kinderkrankenhaus Wedding in der Reinickendorfer Straße 61, das heute das Evangelische Geriatriezentrum Berlin (EGZB) beherbergt, erinnert eine Gedenktafel an den deutschen Kinderarzt und Pionier der Säuglingsheilkunde, Heinrich Finkelstein (1865-1942).

Die Tafel neben dem Eingang des Pflegewohnheims erinnert daran, dass Finkelstein in diesem Gebäude, das damals das Kaiser und Kaiserin Friedrich-Kinderkrankenhaus war, von 1918 bis 1933 als ärztlicher Direktor wirkte. Enthüllt wurde die Gedenktafel für den bekannten Kinderarzt von Staatssekretärin Hella Dunger-Löper von der Senatskanzlei für Kulturelle Angelegenheiten und dem Medizinhistoriker Thomas Lennert.

Finkelstein konnte die Säuglingssterblichkeit in Berliner Kinderkliniken erheblich senken. Durch bessere Hygiene und optimalere Ernährung sank sie von weit über 50 Prozent auf unter zehn Prozent. Der Kinderarzt entwickelte die erste künstliche Säuglingsnahrung, die Eiweißmilch. Sein Lehrbuch der Säuglingskrankheiten wurde zum Standardwerk in der Kinderheilkunde.

Vor Nazis geflüchtet

Als Jude musste Heinrich Finkelstein 1939 vor den Nazis fliehen. Er lebte bis zu seinem Tod 1942 in Santiago de Chile. Dort befindet sich auch das Grab des Kinderarztes. Bisher war nur dieses eine Gedenkstätte.

Das heutige EGZB war bis 1996 ein Kinderkrankenhaus. Zuletzt wurden hier kleine Patienten im Städtischen Kinderkrankenhaus Wedding und Rudolf-Virchow-Kinderkrankenhaus behandelt. Das Kinderkrankenhaus ist vor 20 Jahren zum Charité-Campus Virchow-Klinikum umgezogen. Das Gelände in der Reinickendorfer Straße 61 ist heute ein modernes Zentrum für Altersmedizin. Das Evangelische Geriatriezentrum ist ein Tochterunternehmen des Evangelischen Johannesstifts. DJ
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