Erstes Kulturfestival Wedding-Moabit vom 13. bis 15. September

Jochen Küpper, Chef vom Stattbad Wedding, gehört zum Organisationsteam des Kulturfestivals. (Foto: Dirk Jericho)

Wedding. Die vielen Kunst- und Kulturakteure in Wedding und Moabit sollen sich vernetzen und ihre Kräfte bündeln, um gemeinsam berlinweite Strahlkraft zu erlangen. Die Imageoffensive fördert das Bezirksamt mit 120 000 Euro.

Jochen Küpper ist müde, er hat die die letzten drei Nächte kaum geschlafen. Der Betreiber des Kreativzentrums Stattbad Wedding in der Gerichtsstraße musste die vielen Neuanmeldungen auf der Festival-Website abarbeiten, die auf den letzten Drücker reingekommen sind. Küpper gehört zum Team, das bei der Auschreibung vom Kulturamt im April den Zuschlag bekommen hat, ein zweitägiges Kulturfestival auf die Beine zu stellen. Vom 13. bis 15. September können Besucher erleben, wie vielfältig die Kunst- und Kulturszene in Wedding und Moabit ist. Es gibt weit über 100 Veranstaltungen in Galerien, Kirchen, auf Plätzen, in öffentlichen Kultureinrichtungen und an vielen ungewöhnlichen Orten mit Ausstellungen, Führungen, Konzerten, Lesungen, offenen Ateliers und vielem mehr.

Der breite Grünstreifen der Ottawistraße zum Beispiel wird zum Skulpturenpark, in den Höfen Gerichtsstraße 23 gibts Multimediashows oder im Cafe Moab neben der Kulturfabrik Moabit in der Lehrter Straße 35 wird Kneipengolf gespielt. Überall passiert was, denn eigentlich gibt es auch überall etwas.

Nur wurschtelt bisher jeder für sich herum. Es gibt schon lange zahlreiche Veranstaltungen wie die Musiktage im Brüsseler Kiez und spannende Kulturorte wie das Stattbad Wedding, die Kulturfabrik Moabit oder die Kolonie Wedding. Der Bezirk will mit der Anschubfinanzierung ein Kulturnetzwerk etablieren, das sich zukünftig selbst organisiert. Die vielen Künstler und Kreative sowie Kunst- und Kulturorte sollen ihre Ressourcen bündeln, voneinander profitieren und als organisiertes Netzwerk eine Macht gegenüber der Verwaltung darstellen.

Ein Träger, ob in Form eines Vereins oder vielleicht einer gemeinnützigen GmbH, kann zukünftig viel größere kulturpolitische Schlagkraft als Sprachrohr vieler entwickeln. Es geht auch darum, Fördergelder an Land zu ziehen, die bisher wegen fehlender Nachfrage aus Unkenntnis über bestimmte Programme von den hunderten Einzelkämpfern nicht abgegriffen werden und versanden.

Die Bieter mussten in der Bewerbung darlegen, wie sie es schaffen wollen, dass das Kulturfestival dauerhaft als imageförderndes Großereignis funktioniert. "Das Netzwerk wird das ganze Jahr über für die Künstler da sein", so Jochen Küpper. Das Festival solle in geballter Form zeigen, was es alles gibt. "Wir machen nichts Neues. Wir bringen alles nur zusammen", sagt Küpper.

"Ein großes Appetithäppchen" nennt Eberhard Elfert von der ARGE Kulturfestival Wedding-Moabit das Festival. "Die Leute sollen auf die Szene hier aufmerksam werden", so der Kulturmanager. Im November wollen die Organisatoren in einem Auswertungsworkshop die weitere Strategie diskutieren und einen identitätsstiftenden Markennamen für das Kulturnetzwerk entwickeln. Der Bezirk hatte in der Ausschreibung den Titel "Kult in Mitte" vorgegeben. Das findet Jochen Küpper gar nicht passend. "Wir verstehen uns nicht als Mitte. Wedding und Moabit haben selbst genügend Potenzial".


Dirk Jericho / DJ
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