Fachmann gibt Tipps, damit Bäume gesund bleiben

Wedding. Durch Urin verätzt, vom Bezirk beschnitten, von den Anwohnern gepflegt - die Bäume im Sprengelkiez gedeihen unter schwierigen Bedingungen. Nun erklärte der BUND-Experte Christian Hönig Anwohnern wie man dem Gehölz etwas Gutes tut.

Nur wenige Schritte sind sie gegangen, da zeigt sich der erste Schaden. Ein Straßenbaum mit frischer Bruchstelle. Eine Wunde, zugefügt durch Lkw. Christian Hönig, Referent für Baumschutz beim BUND, kann der Anwohnergruppe nichts anderes sagen, als das Offensichtliche: Hier hing ein Ast zu tief über der Straße. Hier hätte ein Beschnitt Sinn gemacht. Denn nun droht Schädlingsbefall.Dies wollte Hönigs Spaziergang mit der Bürgerinitiative "Schöner Sprengelkiez" leisten: An Beispielen verdeutlichen, wie schwierig es sein kann, einen Stadtbaum gesund zu halten.

Und noch ein Experte teilt sein Wissen. Wolfgang Leder vom Grünflächenamt Mitte kennt die Maße zum Ästestutzen von Berufswegen: "Wir schneiden auf Nebenstraßen 4,50 Meter frei, auf Hauptverkehrsstraßen 5,50 Meter."

Neben Aufgaben, die der Bezirk übernimmt, gibt es solche, die von Bürgerhand geschehen sollten. "Etwas, was jeder machen kann, ist gießen", sagt Hönig. Und zwar speziell bei frisch gepflanzten Exemplaren. "Aber nicht einmal am Tag eine Kanne. Lieber einmal die Woche fünf bis zehn Eimer vergießen", rät der Experte. "So saugt sich der Boden an den Wurzeln richtig voll." Wo sich Wassermangel als erstes zeige, sei die Spitze. Trocknet sie vor sich hin, heißt es handeln. Hundekot an der Wurzel hält Hönig für unproblematisch. Im Gegensatz zum ätzenden Urin. Da die Vierbeiner dazu neigten, immer den gleichen Baum zu markieren, könne dieser löchrig werden. Besonders anfällig für Schäden durch Harn: Der Spitzahorn. Wenn möglich, sagt Hönig, sollten Hundehalter ihre Lieblinge von Stämmen fernhalten. Und sie lieber an Pfosten führen.

Der Umstand, dass das ursprüngliche Gehölz in Berlin nach dem Krieg die Öfen befeuern musste, hat bis heute Folgen. Jetzt säumen neu gesetzte Pappeln und Ulmen die Straßen. Als so genannte Pionierbäume sind sie schnell hoch aufgeschossen und brauchen viel Pflege. Unumgänglich ist wiederum das Beschneiden - der Form wegen. Wolfgang Leder nennt einen anschaulichen Vergleich: "Dicke Kronen wirken wie Segel. Normaler Wind reißt die Bäume zwar nicht aus dem Boden. Aber eine starke Böe schon."


Thomas Schubert / tsc
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