Freiwillige machen innerstädtische Düne fit

Monika Thees (links) und Diana Gevers (rechts) freuen sich über die Hilfe von Mitarbeitern der Firma Immobilienscout24. (Foto: Dirk Jericho)

Wedding. Jedes Wochenende trifft sich die ehrenamtliche NABU Bezirksgruppe Mitte auf der "Düne Wedding" auf dem Gelände des Schulumweltzentrums (SUZ) in der Scharnweberstraße 159.

Es gibt wohl eher selten große Aktionen mit der Kettensäge, die bei Naturschützern auf Wohlgefallen stoßen. Doch als das Umweltamt vor 15 Monaten 74 Bäume auf der Eiszeitdüne fällen ließ, gab es keine Proteste. Ganz im Gegenteil. Seitdem treffen sich jedes Wochenende bis zu acht freiwillige Helfer vom NABU Berlin, um wild gewachsene Sträucher, Bäume und die Krautschicht zu entfernen. Die Weddinger Düne, seit über elf Jahren ein Naturdenkmal, wird nämlich renaturiert. Der 4000 Quadratmeter große Hügel im Norden Weddings war kaum noch zu erkennen. Er soll in den kommenden Monaten wieder die typische Vegetation einer am Ende der letzten großen Eiszeit entstandenen Binnendüne erhalten. Die NABU-Aktivisten müssen noch den dunklen Humusboden abtragen, um den Ursprungszustand der 18 000 Jahre alten Düne wieder herzustellen. Offene Sandflächen mit alten knorrigen Kiefern, so soll die Düne bald wieder aussehen.

"Wir säen zum Schluss Dünenpflanzen und Gräser wie Sandthymian", sagt NABU-Projektleiterin Diana Gevers. Sie vermittelt an ehrenamtlichen Jobs Interessierte in Projekte des NABU und braucht für die Dünenarbeit weitere tatkräftige Unterstützung. "Die Einsätze sind immer von 10 bis 13 Uhr, Sonnabend oder Sonntag", so Gevers.

Vor ein paar Tagen hatten die Naturschützer engagierte Helfer zu Besuch. Die Firma Immobilienscout hatte zum Social Day ihre 650 Mitarbeiter zum freiwilligen Arbeitseinsatz in die ganze Stadt geschickt. Die Büroleute konnten aus über 40 Einsatzorten auswählen. 15 Immobilienscouts hatten sich mit Spaten und Harke bewaffnet und für die Dünenfront gemeldet. "Hier draußen macht das richtig Spaß", sagte Denis Oehlert zum Einsatz in der Natur.

Die "Düne Wedding" ist die letzte innerstädtische eiszeitliche Düne Deutschlands, die nicht überbaut ist. Auch die Rehberge gehören zur Dünenlandschaft des sogenannten Warschauer Urstromtals, sind aber wie auch die Berliner Forsten nicht mehr in ihrem Originalzustand erhalten. Der Bezirk will zukünftig verstärkt auf die Einzigartigkeit der "Düne Wedding" aufmerksam machen. Bei Exkursionen sollen den Kindern die systemischen Prozesse von Biologie, Geologie und Meteorologie sowie die Zusammenhänge mit dem Klimaschutz erklärt werden.

Wer das NABU Team unterstützen will: kann sich bei Diana Gevers melden: 986 08 37 18 oder E-Mail dgevers@nabu-berlin.de.

Dirk Jericho / DJ
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