Kleiderspende für Ex-Drogenabhängige übergeben

Polizist Peter Jerke übergibt Phönix-Haus-Gründer Klaus Dieter Ambord säckeweise Kleidung und Decken. (Foto: Dirk Jericho)

Wedding. Das Wohnhaus für frühere Drogenabhängige in der Koloniestraße 76 braucht nach einem Großbrand dringend Spenden. Polizisten haben bereits gesammelt.

Er war schon oft ganz unten, abgebrannt, verschuldet. Doch aufgegeben hat Klaus Dieter Ambord nie. Und so steht der 63-Jährige am 29. November vor seinem Haus Phönix in der Koloniestraße 76 und freut sich, dass seit heute die Heizung wieder geht. Das Haus Phönix ist KaDes, wie ihn hier alle nennen, Zuflucht für im Leben Gestrauchelte. Ex-Knackis, Therapieabbrecher, Obdachlose - wer von den Drogen loskommen will, findet im Haus Phönix Halt und Gemeinschaft, clean und nüchtern zu bleiben. Und um Kraft zu sammeln, "sich wieder aufzurichten wie Phönix aus der Asche", wie Ambord sagt.

Über 70 ehemalige Drogenabhängige wohnen in Klaus Dieter Ambords Phönix-Häusern in Pankow und seit 2006 auch in Wedding. Ambord, selbst jahrelang alkohol- und drogenabhängig, hat vor 15 Jahren seinen Lebenssinn darin gefunden, die Abgestürzten wieder aufzurichten. Sein Suchthilfe-Wohnprojekt, die gemeinnützige Haus Phönix Pankow GmbH (HPP), bietet in Zweckfirmen wie dem HPP-Transportbetrieb den Neustartern auch einen Job.

Am 11. November stand morgens um halb fünf das Weddinger Phönix-Haus in Flammen. Aus einem Kabelbrand in KaDes Schlafzimmer im Dachgeschoss wurde ein Großfeuer. Mit Frau und Hund konnte sich Ambord gerade noch retten und alle Bewohner wecken. Nur im Schlafanzug und mit Jacke musste er zusehen, wie mit dem kompletten Dach auch sein Hab und Gut niederbrannte. Das Löschwasser der Feuerwehr hat die Wohnetagen darunter zerstört. Die meisten der 32 Bewohner sind in der benachbarten Pension untergekommen. Tonnenweise kaputte Möbel haben sie in den vergangenen Tagen schon rausgeschleppt, alle Etagen sind verwüstet. Nur das Gemeinschaftscafé und Büro sind wieder in Betrieb. Nach den Aufräumarbeiten beginnt jetzt die Sanierung. Die Versicherung zahlt den Schaden, in sechs Monaten könnte alles fertig sein, sagt Ambord.

Für die gesamte Einrichtung jedoch - Möbel, Kühlschränke und alles andere - kommt die Versicherung nicht auf. Das Wohnprojekt ist auf Spenden angewiesen. Abschnittsleiter Lutz Henning vom Polizeiabschnitt 36 ist mit seinen Präventionsbeauftragten Nicole Bohnert und Peter Jerke vorbeigekommen, um 25 Säcke und acht Umzugskartons voll mit Kleidung für die ehemals abhängigen Bewohner zu bringen. Peter Jerke hatte die Idee zur Spendensammlung im Kollegenkreis. Er kennt das Phönix-Hausprojekt seit Jahren und wollte helfen. Die Polizisten nennen den Chef und Betreiber KaDe, man kennt und duzt sich. Zum Abschied umarmen sie Ambord. Peter Jerke macht an Weddinger Schulen Anti-Drogen-Projekte. Zu den "Wir lassen uns nicht betäuben"-Veranstaltungen nimmt er immer Ex-Junkies aus dem Phönix-Haus mit. Leute wie der frühere Phönix-Bewohner Klaus Großer, der den Kids aus eigener Erfahrung berichten kann, wie Drogen das Leben zerstören. Großer leitet mittlerweile das Anti-Drogenprojekt für Weddinger Schüler.

Wer spenden oder helfen will: Infos unter 47 00 50 41 und synergie@haus-phoenix.de .

Dirk Jericho / DJ
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