SPD-Kanzlerkandidat und SPD-Spitzenkandidatin sind jetzt Weddinger

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. (Foto: Dirk Jericho)

Wedding. Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat sich eine Wohnung in der Baugemeinschaft von Mittes Bundestagsabgeordneter Eva Högl gekauft.

So richtig glücklich ist Eva Högl, gerade zur Berliner SPD-Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl gewählt, nicht über Steinbrücks Berlinbekenntnis. Der SPD-Kanzlerkandidat hat auf dem SPD-Landesparteitag im Hotel Estrel öffentlich gesagt, dass er jetzt in "Evas Wohnprojekt im Wedding" wohnt. Högl bittet beim Gespräch, die genaue Adresse nicht zu veröffentlichen. Sie ist SPD-Obfrau im NSU-Untersuchungsausschuss, engagiert sich gegen Rechtsextremismus und fordert ein NPD-Verbot. Das Wohnhaus im QM-Gebiet Sparrplatz hat Högls Mann Jörg gebaut. Er ist Architekt.

"Das ist ein cooler Kiez, wir fühlen uns wohl hier", sagt Högl. Die Gegend hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt. Der Sprengelpark und der Pekinger Platz - mit QM-Geldern neu gemacht - liegen quasi vor der Haustür.

Steinbrück und Högl wohnen seit Februar im neuen Vorderhaus (fünf Etagen plus Dachgeschoss), das in einer Baulücke errichtet wurde. Dahinter gibt es ein dreigeschossiges Gartenhaus. 15 Bewohner, junge Familien und Ältere, gehören zur Baugruppe. "Wir sind kein Gentrifizierungsprojekt", sagt Högl, die nicht will, dass die Mischung in ihrem Kiez kippt.

Die SPD-Frau engagiert sich bei Bürgerdiskussionen in Wedding gegen Verdrängung und fordert Regelungen wie "mindestens ein Drittel niedrigpreisigen Wohnraum" bei Neubauprojekten. Ein Beispiel für Gentrifizierung und immer weiter steigende Mieten ist der Romantikkiez in Mitte, in dem Eva Högl elf Jahre lang in einer Mietwohnung in der Tieckstraße gewohnt hat. "Früher haben hier Ossis und Wessis gelebt. Diese Mischung ist weg", sagt Högl. Für normale Leute seien die Wohnungen in dem Kiez zwischen Nordbahnhof und Torstraße kaum noch erschwinglich.

Baugruppen sind für Högl eine gute Möglichkeit, der Kostenspirale zu entfliehen. Man baut zum Selbstkostenpreis und muss nicht Bauträger und Vermarkter mitfinanzieren. Die Wohnungen im Haus von Architekt Jörg Högl in Wedding haben 2200 Euro pro Quadratmeter gekostet. Im Romantikkiez bezahlt man für Eigentumswohnungen schnell das Doppelte", so Högl. Sie hatte vor zwei Jahren das Haus ihrer Großmutter geerbt und sich mit dem Verkaufserlös den Traum von einer eigenen Wohnung in Berlin erfüllt.


Dirk Jericho / DJ
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WEDDING IMMOBILIEN aus Wedding | 08.10.2015 | 17:39  
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