Balz zieht nach Moabit: Berliner Arbeitslosenzentrum verlässt den Leopoldplatz

Berlin: Berliner Arbeitslosenzentrum (BALZ) |

Am 30. November war Schluss. Das Berliner Arbeitslosenzentrum (Balz) hat an dem Tag zum letzten Mal Arbeitslose in seinen Räumen in der Nazarethkirchstraße 50 beraten.

Seit 21 Jahren kommen Arbeitslose und Geringverdiener zum Leopoldplatz, um sich kostenlos Hilfe bei allen Fragen rund um das Thema Arbeitslosigkeit und Sozialhilfe zu holen. Die vielen Fallstricke bei den Hartz-IV-Anträgen und die komplizierten Berechnungen – die Balz-Mitarbeiter kümmern sich um solche Fälle. Jetzt ziehen die Berater weg, weil die Evangelische Nazarethkirchengemeinde die Räume bereits im März letzten Jahres wegen Eigenbedarf gekündigt hat, sagt Frank Steger, Vorsitzender des Berliner Arbeitslosenzentrums evangelischer Kirchenkreise.

Die Kirche braucht ihr Gemeindehaus, weil ihre Kita dort einziehen wird. Die Kita befindet sich noch in den Räumen der Alten Nazarethkirche direkt gegenüber. Die Zustände, vor allem im Kitagarten mitten auf dem Leopoldplatz, sind seit Jahren katastrophal. Drogendealer schmeißen ihr Spritzbesteck über den Kitazaun, Trinker erleichtern sich dort. Mit dem Umzug der Kirchenkita ins Gemeindehaus soll alles besser werden. Auch die Beratungsstelle „Beratung und Leben“ musste Platz machen im neuen Gemeindehaus. Früher gab es dort auch den Trinkertreff Knorke.

Das Balz bleibt wegen des Umzugs im Dezember geschlossen. Am 2. Januar eröffnet das Arbeitslosenzentrum in den neuen Räumen auf dem Campus der Reformationskirche an der Beusselstraße 35 in Moabit.

Der Trägerverein finanziert seine Sozialberatungen seit Jahren aus kirchlichen Mitteln und Spenden. Für 2018 rechnet Frank Steger mit Kosten von rund 320 000 Euro, die das Balz wuppen muss. Einen Großteil finanziert der Senat, der seit 2016 auch den Beratungsbus bezahlt. Bei der Jobcenter-Tour macht er seit Jahren im Sommer vor den Jobcentern halt und bietet kostenlose Unterstützung vor Ort an. In diesem Jahr haben die Teams 3200 Beratungen durchgeführt und Hartz-Anträge überprüft. Im Beratungsladen am Leopoldplatz waren etwa 2000 Leute, die Hilfe gesucht haben. Informationen unter www.berliner-arbeitslosenzentrum.de.
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