Beratung für Ehrenamtliche nur noch bis Ostern

Über 800 Beratungen und rund 2600 Sprechstunden hat Anna Asfandiar durchgeführt. Die Leiterin der Freiwilligenagentur Wedding möchte das erhalten. (Foto: DJ)

Wedding. Die Freiwilligenagentur kann ihren wichtigen Beratungs- und Vermittlungsservice für ehrenamtlich Engagierte nicht fortführen, weil kein Geld mehr da ist.

Anna Asfandiar hat lange überlegt, ob sie sich an die Zeitung wendet. Doch in dem öffentlichen Spendenaufruf sieht die 38-Jährige ihre letzte Chance. Seit zehn Jahren ist die Freiwilligenagentur Wedding, ein Projekt der Nachbarschaftsetage Fabrik Osloer Straße, die zentrale Anlaufstelle für Menschen, die sich engagieren möchten.

Und davon gibt es viele, wie Anna Asfandiar sagt. Sie berät seit 2006 Menschen, die etwas Gutes tun möchten und sucht das passende Angebot heraus. Nicht jeder ist für jedes Projekt geeignet. Um Enttäuschungen auf beiden Seiten zu vermeiden, bringt Leiterin Asfandiar die richtigen Partner zusammen. Über 250 gemeinnützige Einrichtungen und Projekte von der Krippe bis zum Hospiz hat Anna Asfandiar in ihrer Vermittlungsdatenbank. Manche Projekte suchen Betreuer für Hausaufgabenhilfe, andere wie der Basketballverein Weddinger Wiesel freuen sich über ehrenamtliche Co-Trainer. Besuchsdienste für Senioren sind auch immer nachgefragt. Aus Vorschlägen von engagierten Nachbarn entstehen oft auch Projekte. So hat eine junge Opernsängerin zum Beispiel einen Gesangskurs in der Nachbarschaftsetage gestartet. Es sind nicht nur ältere Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten. "Knapp die Hälfte aller Interessenten ist unter 30 Jahre alt, gut qualifiziert oder noch in der Ausbildung", wie Asfandiar weiß. Die jungen Leute wollen ganz bewusst in dem sozial benachteiligten Stadtteil helfen. Natürlich sieht es auch gut aus, wenn man bei Bewerbungen in seinem Lebenslauf auf sein soziales Engagement verweisen kann.

In den letzten zwei Jahren wurde die Freiwilligenagentur von der Stiftung Parität finanziert. Die Förderung ist Ende des Jahres ausgelaufen. Dank einer Spende von Mitarbeitern der TU Berlin, die zu Weihnachten für ein soziales Projekt gesammelt hatten, kann Asfandiar ihr Beratungsangebot noch bis Ostern aufrecht erhalten. Es gibt allerdings nicht mehr zwei, sondern nur noch eine Sprechstunde immer donnerstags von 13 bis 15 Uhr. Etwa 8000 Euro braucht das Vermittlungsbüro jährlich, um die vielen Beratungsstunden zu finanzieren. "Es wäre schön, wenn uns Unternehmen unterstützen, denen das Angebot in Wedding am Herzen liegt", hofft Anna Asfandiar.

Alle Informationen zu Angebot und Spendenmöglichkeiten unter www.freiwilligenagentur-wedding.de. Das Büro befindet sich in der Nachbarschaftsetage der Fabrik Osloer Straße 12, 49 90 23 34.
Dirk Jericho / DJ
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