Landesamt gibt Entwarnung: weniger Blaualgen im Plötzensee

Wedding. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) warnte am 5. Juli offiziell davor, im Plötzensee zu schwimmen. Die Blaualgenbelastung war so hoch, dass Gefahr für die Gesundheit bestand. Jetzt darf wieder gebadet werden.

"Besonders appetitlich ist es aber sicherlich nicht", sagt Alexander Busche vom Lageso. Zwar seien die Grenzwerte nicht mehr überschritten, aber die Algen würden immer noch sehr gut gedeihen. Grundsätzlich meiden sollte man Stellen, an denen sich die Blaualgen so stark ausgebreitet haben, dass sie das Wasser trüben, erst recht Stellen mit grünen oder blaugrünen Schlieren oder gar "Teppichen". Einige der Blaualgen sondern Giftstoffe ab, die zu Magen-Darm-Beschwerden führen können. Bei sensiblen Personen sind auch Hautreizungen und Ausschläge möglich.

Vorsichtig sollten vor allem Kinder sein, denn gerade sie verschlucken leicht Wasser. Folgende Regeln sind zu beachten: Wenn im knietiefen Wasser die Füße nicht mehr zu sehen sind, sollte man auf eine Abkühlung verzichten. Nach dem Schwimmen empfiehlt es sich, sofort die Kleidung zu wechseln, den Badeanzug und die Badehose auszuspülen und zu duschen, um Algen loszuwerden, die zwischen Textil und Haut zerrieben worden sind.

Erhöhtes Algenauftreten habe das Lageso nicht nur im Plötzensee festgestellt, sondern auch an den Badestellen am Wannsee und in Schmöckwitz, berichtet Alexander Busche. Und die derzeitige Witterung trägt nicht zur Verbesserung der Gewässergüte bei. Die Mischung aus starkem Regen und Wärme befördert das Wachstum der Algen und erhöht den Schadstoffeintrag. Der Grund: Die veraltete Berliner Kanalisation kann bei heftigen Güssen nicht das gesamte Abwasser aufnehmen. Dann fießt ein Teil davon in Flüsse und Seen. Besonders betroffen ist die Havel.

Das Landesamt für Gesundheit undSoziales untersucht die Berliner Badegewässer in regelmäßigen Abständen, mindestens aber alle 14 Tage. Die aktuellen Ergebnisse findet man im Internet unter der Adresse www.berlin.de/badegewaesser/. Eine Hotline ist unter 902 29 55 55 geschaltet.


Susanne Schilp / susch
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