Tote Baustelle: Wasserbetriebe sperren Straße, obwohl Genehmigung fehlt

Wedding. Für Ärger und ewigen Stau sorgt seit Wochen die Baustelle auf der Prinzenallee. Die Berliner Wasserbetriebe (BWB) verlegen hier neue Abwasserkanäle. Tun sie das wirklich?

Tief durchatmen, sich mit stop and go durch die Prinzenallee quälen, und bloß nicht nach rechts gucken: Denn da gibt es außer den Absperrpollern nichts zu sehen. Rein gar nichts. Keinen Bagger, keinen Baucontainer, keinen Arbeiter. Autofahrer verstehen nicht, warum die tote Baustelle zwei von drei Fahrspuren blockiert, aber zwischen Bellermannstraße und Osloer Straße in Richtung Norden seit etlichen Wochen nichts passiert. Schuld an dem Chaos ist die Verkehrslenkung Berlin (VLB), sagt BWB-Sprecherin Saskia Solar. Die Behörde der Senatsbauverwaltung, die in Berlin Straßenbaustellen koordiniert, habe für diesen Abschnitt immer noch keine Baufreigabe erteilt, so Solar. "Uns ärgert das auch, wir haben schon mit mehreren Briefen protestiert", so die Sprecherin. Für ihr Unternehmen bedeute das höhere Kosten. "Wir sitzen da und können nichts machen", sagt Saskia Solar.

Die Wasserbetriebe buddeln seit April auf der Prinzenallee. Bis Dezember wird zwischen Soldiner Straße und Bellermannstraße die komplette Kanalisation erneuert. Insgesamt verlegen die Wasserbetriebe fast zwei Kilometer neue Kanäle sowie zahlreiche unterirdische Kreuzungsbauwerke. Kosten: rund sechs Millionen Euro. Die neuen Abwasserleitungen werden mit bis zu 80 Zentimeter Durchmesser größer als die bestehenden sein und können so bei starkem Regen mehr Wasser aufnehmen. Das soll dann ein Überlaufen in die Panke verhindern.

Zwei große Schachtbauwerke unter der Kreuzung Prinzenallee/Soldiner Straße sind schon fertig. Das dritte unter der Kreuzung Osloer Straße sollte in den Sommerferien gebaut werden. Bisher wurde daraus nichts. Vielleicht schaffen es die VLB-Ingenieure ja noch, in den kommenden Tagen grünes Licht zu geben. Die Sommerferien sind am 25. August vorbei. Klar ist schon jetzt, dass die Baustelle auch danach noch die Autofahrer nervt. Sie sollten den Bereich rund um die Kreuzung Osloer Straße/Prinzenallee über Badstraße und Grüntaler Straße umfahren.


Dirk Jericho / DJ
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