Mieter der Gounodstraße wehren sich gegen Bauvorhaben der Gesobau

Weißensee. Die Mieter der Gounodstraße 25-33 machen weiter mobil, um die geplante Bebauung der Fläche Gounodstraße 25/29 zu verhindern. Auf dieser Fläche will die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gesobau sechs Stadthäuser errichten. Allerdings müssen dafür Bäume gefällt werden. Außerdem wird die grüne Freifläche mit den neuen Häusern komplett bebaut.

Weil sie diesen Verlust an Grünfläche nicht hinnehmen wollen, gründeten Anlieger eine Bürgerinitiative. Diese sammelt seit wenigen Tagen auf www.stop-gounod-25.de Unterschriften gegen das Bauvorhaben. Ihr Sprecher Jesko Klandt: "Es müssen insgesamt 20 große und teilweise sehr alte Bäume fallen, nur um acht neue Wohnungen zu schaffen. 15 Bäume sind nach Berliner Baumschutzverordnung geschützt, weil sie einen Stammumfang von über 80 Zentimetern haben und keine Obstbäume sind. Gewonnener Wohnraum und dafür verlorene Wohnqualität im Quartier stehen hier also im krassen Missverhältnis."

Mit ihrem Bauvorhaben will die Gesobau ihrem Auftrag von der Politik gerecht werden. Sie soll nach 15 Jahren ohne Neubauprojekte wieder in den Wohnungsbau investieren, um Mietwohnungen zu schaffen. In ihrer Neubauoffensive wird die Gesobau in Pankow an knapp 30 Standorten circa 1200 Mietwohnungen errichten. Allein zwölf Bauprojekte werden Nachverdichtungen sein. Das heißt, es werden Lücken geschlossen oder Höfe bebaut.

Letzteres plant die Gesobau auch an der Gounodstraße. Das viergeschossige Haus mit seinem grünen Hof war in den 50er-Jahren gebaut worden. Erste Entwürfe der Gesobau gingen von einem mehrgeschossigen Block mit 22 Wohnungen aus. Doch diese massive Bebauung traf schnell auf Kritik, auch in der Bezirkspolitik. Die Gesobau lenkte ein. Nun soll kleiner gebaut werden. Laut Baugesetz sind die jetzigen Planungen zulässig und somit vom Bezirksamt zu genehmigen. Das bewog die Mehrheit der Bezirksverordneten, das Bauprojekt nicht mit einem Beschluss zu verhindern. Die Mieter sind trotzdem skeptisch. Sie befürchten, dass die Bebauung zu einem Präzedenzfall für das gesamte Komponistenviertel werden könnte. Deshalb wollen sie mit einer Online-Petition die Genehmigung des Projektes doch noch verhindern.


Bernd Wähner / BW
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