Ausschuss bewilligt Fördermittel für Sanierung auf Jüdischem Friedhof

Weißensee. Die Sanierung der Mauer des Jüdischen Friedhofs Weißensee kann fortgesetzt werden. Der Haushaltsausschuss des Bundestages bewilligte jetzt Fördermittel.

Aus dem Programm "Substanzerhaltung und Restaurierung von unbeweglichen Kulturdenkmälern von nationaler Bedeutung" werden insgesamt 250 000 Euro für weitere Arbeiten auf dem jüdischen Friedhof bereitgestellt. Die historische Einfriedungsmauer ist insgesamt 2785 Meter lang.

In den vergangenen Jahrzehnten verfiel sie durch Witterungseinflüsse immer mehr. Anfang dieses Jahrzehnts wurde mit der Planung der Mauersanierung begonnen. In den zurückliegenden zwei Jahren ist zunächst der am stärksten einsturzgefährdete Bereich restauriert worden. Dabei handelt es sich um 1650 Meter.

Das Land erklärte sich danach bereit, die Sanierung eines weiteren Teils der Friedhofsmauer zu unterstützen und stellte Mittel zur Verfügung. Nun unterstützt auch der Bund die Fortsetzung dieser Sanierungsarbeiten zum Erhalt der historischen Mauer. Damit machen Bundestag und Bundesregierung deutlich, welchen hohen Stellenwert der Jüdischen Friedhof Weißensee als Kulturdenkmal für sie hat. Berlin setzt sich bereits seit einigen Jahren dafür, dass der Jüdische Friedhof Weißensee in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wird. Eine Voraussetzung dafür ist allerdings die Fortsetzung der Restaurierung des riesigen Areals.

Angelegt wurde der Jüdische Friedhof an der Herbert-Baum-Straße im Jahre 1880. Mit seinen 42 Hektar Gesamtfläche ist er heute Europas größter Jüdischer Friedhof. Auf ihm gibt es etwa 115 000 Gräber. Allerdings ist der größte Teil des Friedhofs nach Vernachlässigung in den vergangenen Jahrzehnten in einem miserablen Zustand. Darum bat die Jüdische Gemeinde das Land Berlin und den Bund um Hilfe. Die Einfriedungsmauer steht bereits seit Eröffnung des Friedhofs 1880. Errichtet wurde sie nach Plänen des Architekten Hugo Licht. Bislang sind fast zwei Millionen Euro in die Sanierung der Einfriedungsmauer investiert worden. Mit den jetzt vom Bund bereit gestellten Mitteln und mit Landesmitteln könnte die Mauer schon bald komplett saniert sein.


Bernd Wähner / BW
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