Hagenbeck-Schüler bauen einen alten Sammlungsschrank um

Merle Völke, Jaqueline Lisiewicz und Nico Meier bauen am Diorama mit. (Foto: BW)
 
Merle Völke und Jaqueline Lisiewicz gestalten in einer AG das Diorama mit. (Foto: BW)

Weißensee. In der Hagenbeck-Oberschule entsteht derzeit ein "Diorama der biologischen Vielfalt", in der schon bald Rennmäuse leben werden. Über den Stand der Arbeiten, aber auch das Profil dieser Schule können sich Weißenseer am Tag der offenen Tür am 4. Dezember von 17 bis 19 Uhr informieren.

Seitdem die Schule in der Gustav-Adolf-Straße 6 Integrierte Sekundarschule ist, wird an ihr nach einem ganz besonderen Konzept gearbeitet. Dessen Schwerpunkt ist das Thema "Biologische Vielfalt". Die Bildungseinrichtung beherbergt bereits Deutschlands größten Schulzoo. Auf dessen Basis entschieden sich die Schulgremien zu einem Ausbau der Bildungsangebote. Sowohl im Unterricht als auch in Arbeitsgemeinschaften wird in vier biologischen Themenbereichen Wissen vermittelt.

So geht es um Pflanzen und wilde Tiere in Deutschland. Diesen Bereich repräsentiert ein Biotop auf dem Schulgelände. Ein weiterer Bereich umfasst die Nutztiere. Diese befinden sich auf einem kleinen Bauernhof an der Schule. Dort gibt es unter anderem ein Pony, ein Muli, zwei Schweine, fünf Ziegen, etliche Kaninchen, Meerschweinchen und Hühner. Der Bereich Nutzpflanzen wird durch einen Bauerngarten abgedeckt. Dieser wurde gerade erst im Frühjahr eingeweiht. Zu ihm gehören auch Schülerlabore, die sich in umgestalteten Bauwagen befinden. Diese waren in Zusammenarbeit mit drei Künstlern vom Programm "Kulturagenten für kreative Schulen" von Schülern eingerichtet worden.

Die Künstler Folke Köbberling, Rob Vrijen und Christian Hoppe unterstützen die Schüler nun auch beim nächsten Projekt, berichtet Harald Hauser. Der Biologielehrer engagiert sich für die Umsetzung des Konzeptes "Biologische Vielfalt". Im Vivarium der Schule, in dem Tiere und Pflanzen aus aller Welt ein Zuhause haben, bauen die Künstler derzeit mit Schülern der achten Klassen ein großes Diorama.

"Dass wir dieses Projekt angehen konnten, hängt mit mehreren glücklichen Umständen zusammen", sagt Harald Hauser. Durch eine Kooperation mit dem Naturkundemuseum konnte die Schule kürzlich einen Sammlungsschrank übernehmen. "Dabei handelt es sich um ein sehr altes Stück aus dem Jahre 1889", sagt der Biologielehrer. "Das wissen wir so genau, weil wir die entsprechenden Schriftzüge der beiden damaligen Schreiner entdeckten." Die Schränke wurden nun von den Schülern mit Unterstützung der Künstler so umgebaut, dass ein fünf Meter langes, zwei Meter hohes und etwa 80 Zentimeter tiefes Terrarium entsteht. In dieses bauen die Schüler ein Diorama ein, in dem künftig die Rennmäuse leben werden.

Noch vorhandene Schubfächer des Sammlungsschranks gestalteten die Schüler indes zu Kunstwerken um. Und dabei kam ihnen ein zweiter glücklicher Umstand zugute. Der Gründer des Schulzoos, der bereits verstorbene Biologielehrer Manfred Kranzin, hatte eine umfangreiche Sammlung mit Fossilien, Muscheln, Schnecken, Tierskeletten und anderen Präparaten angelegt. Tausende dieser Sammlungsstücke lagerten bislang im Keller der Turnhalle. "Wir entschieden uns, diese Sachen nun für die Kunstwerke der Schüler zu verwenden. So werden sie wenigstens präsentiert", erklärt Harald Hauser. Voraussichtlich im kommenden Jahr wird das Diorama fertiggestellt und eingeweiht.


Bernd Wähner / BW
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