Im Kulturwagen sind jetzt Werke von Menschen mit Handicap zu besichtigen

Projektleiterin Petra Schröck bringt eines der letzten Bilder in der Kulturwagen-Ausstellung an. (Foto: Bernd Wähner)
 
Der Kulturwagen ist wieder unterwegs. In diesem Jahr ist eine Ausstellung mit Bildern ohne Rahmen zu sehen. (Foto: Bernd Wähner)

Weißensee. Mit einer neuen Ausstellung ist der Kulturwagen des Vereins Glashaus auch in diesem Jahr wieder im Bezirk unterwegs. Der Verein ist Träger des Kulturzentrums Brotfabrik am Caligariplatz. Vor fünf Jahren entstand die Idee, in einem restaurierten Bauwagen Ausstellungen an unterschiedlichen Orten im Bezirk zu zeigen.

In Kooperation mit dem Bezirksmuseum gab es 2013 eine erste Ausstellung im Bauwagen zum Thema Filmstadt Weißensee. Im vergangenen Jahr konnte im Bauwagen eine Ausstellung über Professor Werner Klemke besichtigt werden. „In diesem Jahr trägt die Ausstellung den Titel ‚Bilder ohne Rahmen‘“, sagt Petra Schröck. Sie leitet die Galerie in der Brotfabrik. Außerdem koordiniert sie Kunstprojekte des Vereins. Dazu gehört auch seit einigen Jahren eines in Zusammenarbeit mit der Stephanus-Stiftung am Weißen See.

„Dort sind wir einmal in der Woche mit einem inklusiven Kunstkurs“, so Schröck. „Wir regen Menschen mit Handicaps an, künstlerisch tätig zu werden.“ Die Kursteilnehmer sind zum Teil schwer und mehrfach behindert. Das hindert sie aber nicht daran, mit viel Spaß gemeinsam kreativ zu sein und jede Woche an eigenen Bildern zu arbeiten. Die Bilder sind nun in der neuen Kulturwagen-Ausstellung zu sehen. Über der steht das schöne Paul-Klee-Zitat „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern Kunst macht sichtbar“.

Der Verein Glashaus möchte aber nicht nur Kunst im Kulturwagen präsentieren. Die Besucher der Ausstellung können auch selbst aktiv werden. „Wir haben immer einen Stapel mit Bildern zu liegen, die Künstler freigegeben haben. Diese können übermalt, ergänzt oder zu Ende gemalt werden“, erklärt Petra Schröck. Mit der Ausstellung macht der Verein außerdem auf ein neues Projekt der Brotfabrik aufmerksam, das voraussichtlich Ende Juni startet. In den zurückliegenden Wochen wurde nämlich im Innenhof ein Kreativatelier aufgebaut. Das etwa fünf mal fünf Meter große Atelier wurde vom Architekten Jörg Wappler entworfen. Es soll sich zu einem inklusiven Kunsttreffpunkt für Jung und Alt, Menschen mit und ohne Handicap, mit und ohne Fluchterfahrung entwickeln. „Wir werden hier unterschiedliche Kurse anbieten“, sagt Petra Schröck. „Außerdem können sich hier Menschen zu kreativen Tätigkeiten verabreden oder treffen.“

Dazu wird es ab Ende Juni einen Kalender auf www.brotfabrik-berlin.de geben. In diesem findet man dann alle Termine, und Interessierte können sich zu den Öffnungszeiten für die Nutzung des Ateliers anmelden. „Wir hoffen, dass das Kreativatelier zu einem neuen Ort der Begegnung und des gemeinsamen künstlerischen Schaffens wird“, so die Galeristin.

Der Kulturwagen steht bis zum 23. Juni auf dem Antonplatz und danach bis zum 15. Juli auf dem Gelände der Stephanus-Stiftung. Weiterhin ist er Bestandteil des diesjährigen Weißenseer Blumenfestes. Von Mitte Juli bis Ende August steht er auf dem Kollwitzplatz und danach bis Mitte Oktober an der Ecke Breite und Ossietzkystraße in Pankow. Geöffnet ist täglich von 13 bis 18 Uhr. In der Stephanus-Stiftung gelten diese Öffnungszeiten allerdings nur werktags. BW
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