Stefan Schridde auf den Spuren des alltäglichen Murks

Weißensee. "Murks? Nein danke! Was wir tun können, damit die Dinge besser werden" heißt ein neues Buch.

Geschrieben hat es der Weißenseer Stefan Schridde. Er ist bereits seit einigen Jahren dem geplanten Verschleiß von Konsumgütern auf der Spur. Ihn beschäftigen die Fragen: Warum gehen Waschmaschinen, Handys oder Schuhe oft schon nach kurzer Zeit kaputt? Hat Murks Methode? Was können wir dagegen tun? Zu diesem Thema initiierte er 2012 sogar einen Blog http://www.murks-nein-danke.de/blog/, der mittlerweile sehr gut besucht ist.

Schridde widmet sich einem Thema, das wohl jeder kennt: Kaum ist die Garantie für ein Gerät, ein Kleidungsstück oder Schuhe abgelaufen, funktioniert das Handy nicht mehr, Drucker stellen den Betrieb ein, die Waschmaschine macht Flecken, anstatt zu waschen, oder Nähte lösen sich auf.

Für sein neues Buch hat Stefan Schridde eine Vielzahl derartiger Fälle gesammelt. Sein Fazit: Viele Produkte werden bereits "kaputt erfunden", weil Hersteller und Händler Dinge produzieren beziehungsweise verkaufen, deren Lebensdauer gezielt verkürzt wird. Was also ist dran am Vorwurf der "geplanten Obsoleszenz", wie das Phänomen im Fachjargon genannt wird? Werden die Verbraucher wirklich systematisch betrogen?

"Ja", sagt Stefan Schridde, der inzwischen Vorstand der gemeinnützigen Verbraucherschutzorganisation "Murks? Nein Danke!" ist. "Bauteile werden unterdimensioniert oder falsch eingebaut. Minderwertiges Material kommt zum Einsatz. Reparaturen werden unmöglich gemacht. Dazu gehören auch so ärgerliche Dinge wie Updates, die den Computer langsamer machen, oder dass Smartphones eigene Stecker brauchen und Akkus sich nicht austauschen lassen."

Für den Autor, steht fest: Derartige "Fehler" sind allzu oft Teil des Geschäfts - eine geschickte Maßnahme, um schnelleres Nachkaufen auszulösen und höhere Umsätze zu erzielen. Das ist eine Strategie, die den Konsumenten und der Umwelt nachhaltigen Schaden zufügt.

Geschichten, Hintergründe, Ursachen: Das neue Buch weist Murks an vielen Beispielen nach. Doch wie kann die Gesellschaft aktiv werden? Was tut die Politik? Stefan Schridde beschreibt konkrete Lösungen. Nicht zuletzt präsentiert er eine Anleitung für aufgeklärte Konsumenten mit praktischen Tipps für den murksbefreiten Einkauf.

QR-Codes und Shortlinks machen das Buch zu einem interaktiv nutzbaren Medium. Leser können sich bei der Lektüre via Smartphone oder Internet über aktuelle "Murksmeldungen" informieren, aktiv werden und Murks melden oder Fragen stellen. Als Erste Hilfe liegt dem Buch die "Murks.Lupe" bei, ein scheckkartengroßer Helfer für den nächsten Einkauf.

Seit diesem Jahr lehrt Stefan Schridde übrigens zum Themenfeld "geplante Obsoleszenz" an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin im Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Gestaltung.

Das Buch "Murks? Nein danke! Was wir tun können, damit die Dinge besser werden" erscheint im oekom verlag und ist für 19,95 Euro erhältlich, ISBN: 9783865816719.

Bernd Wähner / BW
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