Cirsten Behm von "No Limit" erhielt Bundesverdienstorden

Bürgermeister Matthias Köhne überbrachte Cirsten Behm dem Bundesverdienstorden. (Foto: BW)

Weißensee. Cirsten Behm, die Gründerin der Tanzwerkstatt "No Limit", ist von Bundespräsident Joachim Gauck mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet worden.

Überreicht wurde ihr diese hohe Auszeichnung von Bürgermeister Matthias Köhne (SPD) im Rahmen einer Festveranstaltung in der Tanzwerkstatt in der Buschallee 87. Mit dieser Auszeichnung werden das Engagement von Cirsten Behm für den Kinder- und Jugendtanz und ihr Einsatz für Integration und Völkerverständigung gewürdigt.Cirsten Behm ließ sich zur Choreografin und Tanzpädagogin ausbilden. Seit 1985 arbeitet sie mit Kindern und Jugendlichen auf dem Gebiet des Tanzes im Freizeitbereich. Vor genau 25 Jahren begann sie mit zunächst nur zehn Kindern in Turnhallen des Bezirks regelmäßig zu trainieren. Aus dieser Initiative heraus gründete sie 1987 die Tanzwerkstatt "No Limit". Weil sie ihr Projekt engagiert und erfolgreich ausbaute und immer mehr Kinder das Angebot nutzten, stellte der damalige Bezirk Weißensee der Tanzwerkstatt 1998 das Gebäude in der Buschallee 87 zur Verfügung. Das wurde, vor allem auch mit Cirsten Behms Engagement zum Tanzhaus ausgebaut. "Die Tanzwerkstatt ist heute eine wichtige Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung im Bezirk Pankow mit täglichem offenen Angebot für Kinder aus der Nachbarschaft", so Bürgermeister Matthias Köhne. "400 Tänzer zwischen drei und 30 Jahren sind meist über viele Jahre hinweg mit Begeisterung mit dabei."

Ein Höhepunkt jedes Jahres sind die Weihnachtsmusicals, so Köhne weiter. Seit 1991 schreiben Cirsten Behm und ihr Mann Michael jedes Jahr ein neues. Die Aufführungen haben inzwischen einen festen Platz im Kulturkalender des Bezirks. In den zurückliegenden Jahren wandte sich Cirsten Behm mit ihrer Tanzwerkstatt aber auch politisch und gesellschaftlich brisanten Themen zu. Unter anderem inszenierten sie das Tanzstück "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo", in der die Geschichte der drogenabhängigen Christiane F. verarbeitet wird. Für diese Inszenierung ist die Tanzwerkstatt bereits mit dem Berliner Präventionspreis ausgezeichnet worden. Aber auch mit dem Holocaust-Requiem "Schmetterlinge fliegen - Theresienstadt", der tänzerischen Auseinandersetzung mit "Jugend ohne Gott" von Ödön von Horvath und mit "Die Welle" von Morton Rhue bezogen Cirsten Behm und ihre jungen Tänzer Position.

Unter dem Motto "Der Fantasie keine Grenzen" initiieren die Gründerin der Tanzwerkstatt und ihre Mitarbeiter seit 2008 ein Austauschprojekt mit arabischen Jugendlichen aus Israel. Im Ergebnis dieses Projektes entstanden bereits mehrere Tanztheaterproduktionen zu Unterschieden und Gemeinsamkeiten beider Gesellschaften. Nicht zu vergessen ist, dass Cirsten Behm nicht nur nachmittags Kindern und Jugendlichen Freude am tänzerischen Ausdruck vermittelt. Sie betreut auch vormittags an Schulen Tanzprojekte. Ihr unermüdliches Engagement wurde nun mit dem Bundesverdienstorden gewürdigt.


Bernd Wähner / BW
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