Für die Weißenseer Freilichtbühne gibt es nur einen Bewerber

Weißensee. Sie ist einer der schönsten Veranstaltungsorte der Stadt: die Freilichtbühne am Weißen See. Es gibt aber kaum Interessenten, die sie betreiben möchten.

Der Grund ist vor allem die nahe Wohnbebauung. Immer wieder gab es in zurückliegenden Jahren Beschwerden von Anwohnern wegen des Lärms. Deshalb darf die Bühne nur mit zeitlichen Einschränkungen genutzt werden. Im zurückliegenden Sommer startete das Bezirksamt ein Interessenbekundungsverfahren, um einen neuen Betreiber zu finden. Das Interesse ist allerdings gering. Von fünf Interessenten, mit denen das Bezirksamt Kontakt hatte, reichte nur einer seine Bewerbung ein, berichtet Immobilienstadträtin Christine Keil (Die Linke). Diese eine Interessenbekundung wird nun durch die am Verfahren beteiligten Ämter zügig geprüft. "Mein Ziel ist es, das Verfahren möglichst rasch durchzuziehen", so die Stadträtin. Ob mit dem Interessenten verhandelt wird, haben dann Bezirksamt und Bezirksverordnetenversammlung zu entscheiden. Errichtet wurde die Freilichtbühne am Weißen See im Rahmen des Nationalen Aufbauwerks ab 1955. Sie hat circa 2500 Sitzplätze. Am 1. Mai 1957 ist sie offiziell eingeweiht worden. In den ersten Jahren war sie vor allem Freiluftkino. In den 60er-Jahren fanden dann auch verstärkt Konzerte statt. In den späten 70er-Jahren wurde die Leitung und Programmgestaltung der Bühne an das benachbarte Kulturhaus "Peter Edel" übertragen. Doch dieses hatte gar nicht die Kapazitäten, auch noch ein Programm für die Bühne im Park zu organisieren. Als die Bühne dann direkt dem Kulturamt des Bezirks unterstellt wurde, gab es wieder mehr Veranstaltungen. 1993 investierte der Bezirk etwa eine Million D-Mark in die Sanierung der Bühne. Die Programmgestaltung wurde allerdings Agenturen überlassen, weil das Bezirksamt kein Geld dafür hatte. 2003 ist der Betrieb erstmals öffentlich ausgeschrieben worden. Den Zuschlag erhielt seinerzeit eine Agentur, die Kino und Konzerte organisierte. Allerdings gab es massive Beschwerden von Anwohnern, sodass der Betreiber sich wieder zurückzog. Nun interessiert sich der Verein Mediopolis für die Bühne. Dieser möchte Freiluftkino und Konzerte anbieten.


Bernd Wähner / BW
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