Gustav-Adolf-Straße braucht Frischzellenkur / Geschäftsleute planen Fest

Weißensee. Die IG Weißenseer Spitze hat wieder Fahrt aufgenommen. Hintergrund ist der hohe Gewerbeleerstand der Gustav-Adolf-Straße, zwischen Caligari- und Hamburger Platz. Dabei gibt es Potenziale für die Geschäftsstraße.

"Bezirk, Gewerbevermieter, Geschäftsleute und Anwohner müssen an einem Strang ziehen", fordert Optikermeister Friedemann Preubsch, Sprecher der Interessengemeinschaft. Mit dem Caligariplatz und dem Kulturzentrum Brotfabrik wurde ein Anfang gemacht. Doch noch immer fehlen Stromanschlüsse auf dem Platz, die für Feste und Märkte genutzt werden können. Das traditionsreiche Kino Delphi harrt noch des Prinzen, der es wach küsst. Bislang kündet nur eine verstaubte Ausstellung hinter matten Scheiben vom einstigen Ruhm Weißensees als Produktionsstätte bedeutender Filme in den 20er-Jahren. "Ein Pfund, mit dem es sich wuchern ließe", so Preubsch.Erste Neumieter ziehen in frisch sanierte Häuser und Eigentumswohnungen ein. Doch ihre Kaufkraft bleibt immer noch im Citybereich. "Der Bebauungsplan des Bezirksamtes für die Baulücken muss endlich mit Leben erfüllt werden, um die Gegend attraktiver zu machen", fordert Preubsch. "Wir brauchen moderate Gewerbemieten." Preubsch weiß, dass die Gustav-Adolf-Straße noch längst nicht die Kaufkraft von Mitte oder Prenzlauer Berg hat. "Trotz Unterstützung durch den Bezirk müssen wir den Politiker immer wieder auf die Füße treten und mit ihren Versprechen festnageln", sagt er. "Wir brauchen Investoren, aber keine Verdrängung. Wir brauchen Kaufkraftbindung durch einen gesunden Gewerbemix und anziehende Attraktionen." Noch immer fehlen in der Straße eine Drogerie, eine Fleischerei, ein Schreibladen, ein Textilfachgeschäft, Tante-Emma-Läden oder ein Buchladen.

Ideen gibt es viele: Leere Schaufenster könnten von Künstlern gestaltet werden. Kontakte zu einer internationalen Künstlergruppe und zur Kunsthochschule Weißensee sind geknüpft.

Im September plant die IG Weißenseer Spitze ein Straßenfest zwischen Caligari- und Hamburger Platz. "Alle Anwohner und Geschäftsleute sind aufgerufen, sich einzubringen", so Preubsch.


Michael Kahle / m.k.
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