Heinz-Pahl-Gedenkturnier des Weißenseer FC

Glückliche Pokalgewinner beim 1. Heinz-Pahl-Gedenkturnier waren die Jungen vom Lichterfelder FC. (Foto: Kahle)

Weißensee. Am 8. Juni fand im Stadion Buschallee an der Hansastraße das 1. Heinz-Pahl-Gedenkturnier statt. Es spielten 20 Fußballmannschaften um den vom Weißenseer FC ausgelobten Heinz-Pahl-Wanderpokal.

Die über 200 zehnjährigen Jungen aus 20 Mannschaften kamen aus dem gesamten Bundesgebiet. Die Knirpse der E-Jugend lieferten sich vor den zahlreichen Zuschauern spannende Duelle. Der Pokal blieb zur Freude der Organisatoren in Berlin: In einem dramatischen Finale bezwang der Lichterfelder FC die Jungen von Türkiyemspor Berlin. Der Weißenseer FC als Turnierausrichter durfte sich über einen dritten Platz freuen.Heinz Pahl (1928-2013) war ein echter Weißenseer Junge. Die Zeit war nicht einfach zwischen den Weltkriegen und der kleine Heinz auf dieser Welt nicht willkommen. Im Säuglingskrankenhaus Weißensee geboren, wuchs er in einer Pflegefamilie auf. Von frühester Jugend an gehörte seine Liebe dem Fußball. Als Knirps schleppte er die Fußballklamotten seiner Vorbilder vom heutigen Weißenseer FC ins Stadion, um kostenlos deren Spiele sehen zu können. Ärger mit seinen Pflegeeltern bekam er, als er unter die neuen teuren Lederschuhe Holzklötzchen schraubte und sich so seine ersten Töppen bastelte. Das war 1941. 1943 trat Heinz Pahl dem FC Weißensee bei, dem er fast 70 Jahre die Treue halten sollte.

1944 wollte ihn das NS-Regime noch als Kanonenfutter an der Ostfront verheizen. Doch darauf hatte der damals 16-Jährige, inzwischen Malerlehrling, keine Lust. Er desertierte und überlebte. Auch der Weißenseer FC, der im Laufe seiner Geschichte unter verschiedenen Namen firmierte, überstand den Krieg, und Heinz Pahl baute den Verein nach 1945 wieder mit auf. 1970 hatte er sein 1000. Fußballspiel.

Fast sieben Jahrzehnte lang war Heinz Pahl - inzwischen Malermeister - Mitglied der Vereinsleitung, davon 50 Jahre als Schatzmeister. Heinz Pahl infizierte seine ganze Familie mit dem Fußballvirus. Ehefrau Ilse und Tochter Marina zählen zu den treuesten Fans des Vereins. Sohn Heiko beispielsweise gehörte dem Weißenseer FC an, bis es ihn beruflich nach Thüringen verschlug, Und der fast fünfjährige Urenkel Tim ist bereits stolz auf seine neuen Torwarthandschuhe.

Am 7. Januar 2013 starb Heinz Pahl. Seine Familie bat um Spenden anstelle von Blumen. 520 Euro kamen so zusammen, die die Angehörigen dem Verein zur Unterstützung der Kinder- und Jugendarbeit übergaben. "Mit Heinz Pahl ehrt der Weißenseer FC ein engagiertes Vereinsmitglied, das sich als Sportler und im Ehrenamt stets für den fußballerischen Nachwuchs eingesetzt hat und seinem Verein von frühester Jugend an die Treue hielt", betonte Bernd Riesler, Sportlicher Leiter des Weißenseer FC. Der Verein ehrte den Verstorbenen nun posthum mit einem Wanderpokal und dem Heinz-Pahl-Gedenkturnier. "Das war ganz im Sinne meines verstorbenen Mannes", sagte Ilse Pahl bewegt der Berliner Woche.


Michael Kahle / m.k.
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