Ines Bialas stellt im Charlotte-Treff ihre Werke aus

Ines Bialas. (Foto: Kahle)

Weißensee. Von der Seidenmalerei fand Ines Bialas ihren Weg über das Aquarell zur Computergrafik. Aktuell ist eine Auswahl ihrer Werke im Charlotte-Treff an der Ecke Meyerbeer- und Mutzigerstraße zu sehen.

Ines Bialas wurde 1961 in Rudolstadt geboren, wuchs in Bad Blankenburg und Brieselang auf. 1973 kam sie nach Berlin. Sie studierte Ökonomie und lebte zunächst in Friedrichshain und Prenzlauer Berg, bis sie schließlich 2005 nach Weißensee zog. "Bereits als Kind habe ich wie alle Kinder viel gemalt und gezeichnet", erinnert sich Ines Bialas. Als sie mit den politischen Verhältnissen in der DDR nicht mehr klarkam, stellte sie 1985 einen Ausreiseantrag und verdiente sich ihren Lebensunterhalt an der Kunsthochschule Weißensee. Dort stand sie bekannten Malern wie Max Görner Modell. "In dieser Zeit wurde mir klar: Malerei ist Handwerk, ehe sie durch den Maler zur Kunst wird." Den Ausreiseantrag hat sie dann zurückgezogen. Die Pflege ihres kranken Vaters war ihr wichtiger."Als ich dann vor etwa 20 Jahren von einer Freundin ein paar Seidentücher und fünf Farben und ein Jahr später den entsprechenden Rahmen geschenkt bekam, war es schließlich ein Buch über Gustav Klimt, das mich zur Seidenmalerei inspirierte", erinnert sich Ines Bialas. Von der Seidenmalerei fand sie den Weg zum Aquarell. Die Technik ist ähnlich. Die Farben verlaufen schnell. Linien geben ihnen Halt. Neben Klimt wurden Paul Klee und Friedensreich Hundertwasser zu ihren künstlerischen Vorbildern. "Weil deren Bilder all diese Farbigkeit besitzen", sagt sie.

Vor etwa zehn Jahren begann sie mit dem Computer zu experimentieren. "Ich halbierte Fotos und spiegelte sie. Später arbeitete ich mit verschiedenen Filtern", erklärt sie ihr Herangehen. So entstanden fantastische Welten. Aus Bäumen wurden Geister und andere Phantasiegestalten. Es entstand eine ganze Berlin-Serie, die stark an Hundertwassers Kunstwerke erinnert, und zauberhaft verfremdete Porträts. Auch textile Gestaltung gehört zum Repertoire der gelernten Damenmaßschneiderin. Aus farbigen Stoffen, Wolle, Perlen, Schnüren, Drähten und Filz gestaltet sie farbenprächtige Applikationen.

Inzwischen hat sie bereits mehrere Ausstellungen bestritten. Trotz ihres künstlerischen Erfolgs versteht sich Ines Bialas als Dilettantin. "Ich gestalte aus Spaß an der Freude, ohne irgendwelche Rücksichten nehmen zu müssen. Das ist für mich die höchste Form des Glücks", sagt sie. "Verkaufen kann ich ohnehin nichts. Ich verschenke meine Bilder oder gebe sie zum Materialpreis ab. Dann habe ich wieder Platz für meine neuen Bilder."


Michael Kahle / m.k.
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