Nabu beringt junge Turmfalken in der Parkklinik

Vier junge Turmfalken wachsen in der Park-Klinik Weißensee heran. Jetzt wurden sie beringt. (Foto: Kahle)

Weißensee. Aufregung in der Park-Klinik Weißensee an der Schönstraße. Am 26. Juni beringten Vogelschützer des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) vier junge Turmfalken.

André Hallau, Greifvogelexperte der Nabu-AG Greifvogelschutz Berlin/Bernau, sowie Nabu-Artenschutzreferent und Ornithologe Jens Scharon legten den Nestlingen je einen Aluminiumring um den Fuß. Versehen ist der "Personalausweis" mit einer Buchstaben- und Zahlenkombination sowie der Aufschrift "Vogelwarte Radolfzell". Damit kann die Herkunft des Vogels exakt bestimmt werden. Die Beringung hilft, Erkenntnisse über Vogelpopulationen zu gewinnen. Über einen langen Zeitraum kann so das Verhalten einzelner Vögel verfolgt werden und Aufschluss über Vogelzug, Lebensdauer, Sterblichkeit, Ernährung und Fortpflanzung gewonnen werden.Die vier jungen Falken von der Park-Klinik sind laut Aussage der beiden Vogelschutzexperten bestens entwickelt. Sie wurden von den Altvögeln gut versorgt, und es besteht die berechtigte Hoffnung, dass alle vier Jungen flügge werden. Etwa in 20 Tagen werden sie den Nistkasten für erste Flüge verlassen und ihren Eltern entgegenfliegen, wenn diese mit Beute zum Brutplatz kommen. Im Spätsommer löst sich der Familienverband dann auf. Wenn sie den Winter gut überstehen, werden die jungen Falken im kommenden Frühjahr ein eigenes Revier besetzen.

Die Ornithologen der AG Greifvogelschutz des Nabu haben seit 1986 rund 5000 Jungfalken beringt. Anhand ihrer Beringung stellte sich heraus, dass der größte Teil der in Berlin brütenden Turmfalken auch aus Berlin stammt. Zur Unterstützung gefährdeter Vogelarten installieren Naturschützer Nisthilfen vor allem an Kirchen und auf anderen hohen Gebäuden - wie in diesem Fall unterm Dach der Park-Klinik Weißensee.

Eine Webcam, die im Mai online ging, ermöglicht sogar Einblicke in die Kinderstube der Weißenseer Turmfalken. Unter www.nabu-berlin.de kann man einen Blick ins Nest werfen.

Michael Kahle / m.k.
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