Robert Paris fotografierte das Ostberlin der 80er-Jahren

Kaum wiederzuerkennen: Das U-Bahn-Viadukt im Bereich Ecke Schönhauser. (Foto: Robert Paris)

Weißensee. "Entschwundene Stadt. Berlin 1980-1989" ist der Titel einer Ausstellung in der Galerie der Brotfabrik am Caligariplatz. Zu sehen sind Fotos von Ostberliner Altbauten vor der Wende.

Der Fotograf Robert Paris (Jahrgang 1962) zog seinerzeit durch die Straßen der Stadt. Er hielt bröckelnde Fassaden ebenso fest wie verwaiste Plätze. Die grauen Fassaden an der Schönhauser Allee von einst gibt es nicht mehr. Robert Paris entdeckte seinerzeit vernagelte Hauseingänge, blinde Fenster, fast menschenleere Bahnhöfe. Er fotografierte auch das alte Gaswerk an der damaligen Dimitroffstraße vor, während und nach seiner Sprengung. Trotz oder gerade wegen des morbiden Charmes von einst, liebte Robert Paris dieses Berlin. Auf seine Art trauert er dieser Stadt seiner Kindheit und Jugend nach. Mit seinen Fotos dokumentierte er die Vergänglichkeit seiner Welt in Bildern.Nach der Wende wurde ihm seine Heimatstadt allmählich fremd. Sie zu fotografieren reizte ihn nicht mehr. "Zu viele Menschen kamen, brachen geradezu ein, veränderten rigoros und nahmen in Besitz", sagt er. Paris wanderte aus - nach Indien.

Seine Stadt ist zwar verschwunden, doch die Bilder blieben erhalten. Sie sind nicht nur bis zum 30. Juni in der Brotfabrik-Galerie zu besichtigen, sondern auch als Bildband im Mitteldeutschen Verlag mit dem Titel "Entschwundene Stadt. Berlin 1980-1989" (24,95 Euro, ISBN: 978-3-89812-998-5) erschienen. Die Ausstellung in der Brotfabrik ist montags bis sonnabends von 16 bis 20 Uhr sowie sonntags von 14 bis 20 Uhr zu besichtigen.

Bernd Wähner / BW
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