Sterabe zeigt neue Ausstellung mit 200 Rundfunkgeräten

Ingo Hamann, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Stern-Radio-Museums, bringt auch immer wieder alte, defekte Geräte zum Laufen. (Foto: BW)

Weißensee. Eine Ausstellung mit historischen Rundfunkgeräten und Rekordern eröffnet die Sterabe Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft (BQG). Zu besichtigen sind sie ab 17. Juni um 10 Uhr in der Liebermannstraße 75.

Stern-Radio war in der DDR einer der erfolgreichsten Betriebe. Für die Rundfunkgeräte und Kassettenrekorder legten DDR-Bürger schon mal ein Monatsgehalt auf den Tisch. "In unserer Ausstellung spannen wir mit etwa 200 Geräten den Bogen über 50 Jahre Stern-Radio-Geschichte", sagt Ingo Hamann, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Stern-Radio-Museums. Zu sehen ist beispielsweise eines der ersten Radios vom Typ Phonetika. Das wurde 1950 hergestellt, noch bevor der Betrieb Stern Radio hieß.Ähnlichkeit mit einem Koffer-Radio hat hingegen schon der Einkreis-Ortsempfänger, den Stern-Radio 1951 baute. Dieser lässt sich aufklappen, sodass man einen Blick in das Innere mit den Röhren werfen kann. Eher ungewöhnlich ist das Radio "Lady" aus den 70er-Jahren. Es wurde vor allem für den Betrieb in der Küche konstruiert. Unabhängig vom Radio gab es einen Kassettenteil, den man auf das Gerät oder auch separat aufstellen konnte.

Das Stern-Radio-Museum hat einen Fundus von etwa 800 Geräten. Die meisten stammen von ehemaligen Mitarbeitern, die sie dem Museum zur Verfügung stellten. Diese Geräte listeten Sterabe-BQG-Mitarbeiter in einem Katalog auf, der einen Überblick über die wichtigsten Produkte des früheren Betriebs gibt und jetzt auch in der Ausstellung zu besichtigen ist.

Seinen Sitz hatte Stern Radio Berlin in der Liebermannstraße 75 in Weißensee. Trotz aller Erfolge kam 1991 das Aus für den Betrieb. Die Treuhandanstalt sah keine Möglichkeit, ihn fortzuführen. Viele der früheren Kunden orientierten sich gen Westen, kauften Geräte von bundesdeutschen Herstellern oder Importe aus Fernost. Etliche Mitarbeiter wurden danach in der Anfang der 90er-Jahre gegründeten Sterabe-BQG weiter beschäftigt.

Mit der Rundfunkgeräteausstellung vom 17. bis 23. Juni (geöffnet ist montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 10 bis 14 Uhr) will das Stern-Radio-Museum auch Schulklassen die Möglichkeit geben, ein Stück DDR-Geschichte kennenzulernen und mehr über die Gerätetechnik zu erfahren. Natürlich dürfte auch eingefleischten Technikfans die neue Ausstellung gefallen. Am 21. Juni ab 14 Uhr findet außerdem ein Mitarbeitertreffen statt, zu dem alle ehemaligen Beschäftigten von Stern-Radio eingeladen sind. Erwartet werden über 200 Gäste.

Weitere Informationen zur Ausstellung und zum Treffen gibt es unter 925 29 63.

Bernd Wähner / BW
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