Theresien-Schüler recherchieren jüdische Lebenswege

Schüler der Theresienschule und ihre Projektleiterin Mechthild Zech-Bußkamp (links) übergaben die Broschüre an Kulturstadtrat Dr. Torsten Kühne. (Foto: BW)

Weißensee. Auf die Spuren verschwundener jüdischer Mitbürger aus Weißensee begaben sich in den vergangenen zwei Jahren die Mitglieder der Geschichtsarbeitsgemeinschaft der Theresienschule. Jetzt haben sie eine Broschüre veröffentlicht, in der sie über die Ergebnisse ihrer Recherchen informieren.

Einen Stapel gedruckter Broschüren übergaben die Schüler kürzlich an Kulturstadtrat Dr. Torsten Kühne (CDU) zur weiteren Verwendung in der Geschichte- und Bildungsarbeit im Bezirk. "Verschwundene Nachbarn" nennen die Weißenseer Gymnasiasten ihr Projekt, das sie in Zusammenarbeit mit der Katholischen Akademie durchführten. "Für unsere Spurensuche konnten wir auf das Jüdische Adressbuch von 1931 zurückgreifen", sagt Projektleiterin Mechthild Zech-Bußkamp. "Das verzeichnet rund 300 jüdische Namen für Weißensee, die zur Ausgangsbasis unserer Recherchen wurden."

Zwei Jahre lang forschten die Schüler intensiv in alten Telefon- und Adressbüchern sowie im Archiv des Centrums Judaicum, auf dem Jüdischen Friedhof in Weißensee sowie in den Landesarchiven Berlin und Potsdam. So kamen Stück für Stück Einzelschicksale ans Licht. Für 16 in der NS-Zeit verschwundene jüdische Bürger aus Weißensee konnten die Oberschüler ein genaues Profil erstellen. Sie konnten deren Biografien rekonstruieren und machten auch Nachfahren ausfindig.

Die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit stellten die Schüler im vergangenen Jahr zu einer Ausstellung mit dem Titel "Verschwundene Nachbarn - Juden in Weißensee" zusammen. In dieser präsentierten sie Fotos und Dokumente. Anknüpfend an die Lebenswege stellten sie auch frühere jüdische Einrichtungen in Weißensee vor. Gezeigt wurde die Ausstellung an mehreren Orten in Berlin, unter anderem in der Katholischen Akademie und natürlich in der Theresienschule in der Behaimstraße 29. Mit Fördermitteln aus dem Bundesprogramm "Toleranz fördern. Kompetenz stärken" konnten die Schüler ihre Forschungsergebnisse nun in einer 80-seitigen Broschüre zusammenfassen. In dieser werden auch zwölf der recherchierten Einzelschicksale vorgestellt.

Weitere Informationen gibt über den E-Mail-Kontakt juedische_nachbarn@email.de.

Bernd Wähner / BW
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