Weißensee wurde 1313 erstmals urkundlich erwähnt

Jürgen Kirschke, der Vorsitzende des Vereins Weißenseer Heimatfreunde, an einem historischen Modell vom Weißen See und der umliegenden Bebauung. (Foto: BW)

Weißensee. Dem Ortsteil steht ein Jubiläum ins Haus: Vor 700 Jahren wurde Weißensee erstmals urkundlich erwähnt. Diese erste verbürgte Erwähnung fand im Frühjahr 1313 statt.

Mit einer Urkunde dokumentiert, tritt der Ritter Borchard Gruvelhut seine Rechte über vier Hufen am Dorf Weißensee an das Heiliggeist-Spital zu Berlin ab. Im Gegenzug soll das Spital sein und das Seelenheil seiner Familie vor allem durch Messen sichern."Das Geschäft wird in zwei Verhandlungen aktenkundig gemacht", berichtet Jürgen Kirschke, der Vorsitzende des Vereins Weißenseer Heimatfreunde. Die erste findet am 14. März statt. Die zweite Zusammenkunft gab es am 11. April 1313. An diesem Tag wird der Vertrag zwischen dem Hospital und dem Ritter auch besiegelt. Dabei wurde die älteste Ortsurkunde von Weißensee unterschieben.

Leider ist diese Urkunde nicht mehr erhalten. Sie ist nur noch als Abdruck überliefert, der aus dem Jahre 1737 stammt. Den Ort Weißensee selbst gibt es aber schon viel länger. An einer Handelsstraße, die Böhmen und Sachsen mit der Ostsee verband, wurde das Dorf wohl schon Anfang des 13. Jahrhunderts gegründet.

Der fischreiche See bildete die Erwerbsgrundlage für die ersten Bewohner. Sie siedelten sich am Ostufer des Sees an. Die Pfarrkirche an der Falkenberger Straße stammt aus diesen alten Tagen. Nach der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1313 fand Weißensee dann 1376 auch Eingang in das "Landbuch der Mark Brandenburg". Seinerzeit ließ der in Prag residierende Kaiser Karl IV. alle Dörfer seines Herrschaftsbereichs in diesem Buch registrieren.

Das Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung von Weißensee wird der Geschichtsverein des Ortsteils, der "Heimatfreunde Weißensee e.V.", nicht mit einem großen Fest feiern. Stattdessen werden über das gesamte Jahr fast jeden Monat Veranstaltungen stattfinden, wie Vereinsvorsitzender Kirschke ankündigt.

Am 17. Januar um 18 Uhr wird in der Brotfabrik am Caligariplatz 1 eine erste Veranstaltung stattfinden. Zu Gast ist der Numismatiker Klaus Priese. Er wird über historische Münzen und Medaillen berichten, auf denen Weißensee eine Rolle spielt.

Über "Pistorius und die Separation" wird Sigrid Weise am 21. Februar um 18 Uhr in der Brotfabrik sprechen. Sie wird einen Blick in diesen Teil der Geschichte Weißensees werfen.

Aus einem seiner Bücher über Weißensee wird am 14. März Joachim Bennewitz lesen. Für April ist ein Vortrag zum Thema "Weißensee auf Landkarten" geplant. Im Mai wird das Jubiläum "100 Jahre Milchhäuschen am Weißen See" begangenen. Jürgen Kirschke wird mit Interessierten außerdem einen Rad-Halbmarathon durch Weißensee unternehmen und auf geschichtsträchtige Orte hinweisen. Auch für das zweite Halbjahr 2013 sind bereits etliche Veranstaltungen geplant. Auf diese werden die Weißenseer Heimatfreunde zu gegebener Zeit hinweisen.

Weitere Informationen zur Geschichte von Weißensee und zu den Heimatfreunden gibt es auf www.heimatfreunde.berlin-weissensee.de/.

Bernd Wähner / BW
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