Dem Träger vom H.O.F. 23 wurde gekündigt

Das House of Fantasy der Langhansstraße 23 hat eine ungewisse Zukunft. Dem bisherigen Trägerverein wurde vom Bezirksamt gekündigt. (Foto: BW)

Weißensee. Wie geht es mit dem House of Fantasy (H.O.F.23) an der Langhansstraße 23 weiter? Die Frage beschäftigt derzeit junge Leute und den bisherigen Träger der Einrichtung, den Verein TheMa.

Diesem wurde zum Ende des Jahres der Mietvertrag für das Haus gekündigt. Martin Gerber, der Sprecher des Jugendbeirats H.O.F.23, schrieb deshalb einen offenen Brief an Stadträtin für Jugend und Facility Management, Christine Keil (Die Linke), sowie die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses der BVV.

Martin Gerber kam als Jugendlicher in das Projekt "Berufsorientierung Kunterbunt" der Einrichtung. Dort konnte er sich in Veranstaltungstechnik und Eventmanagement ausprobieren. Außerdem baute er das Jugend-Café im H.O.F. 23 mit auf. Aus seiner Erfahrung heraus habe der Träger TheMa gute Arbeit im Haus geleistet. Dass der Jugendhilfeausschuss der BVV beschloss, dem bisherigen Projekt "House of Fantasie" zu kündigen, findet er unfair. Ohne das Engagement des Trägers wäre gar keine Jugendarbeit im Hause möglich gewesen, meint Martin Gerber.

TheMa investierte erheblich in den Ausbau der Immobilie, unter anderem mit Unterstützung von Fördermitteln und Spenden. Dabei ging er auch Verbindlichkeiten ein. Wenn er mit seinen Projekten das Haus verlassen muss, käme er in existenzielle Schwierigkeiten.

Stadträtin Christine Keil bestätigt auf Anfrage, dass das Bezirksamt den Mietvertrag mit TheMa zum Ende des Jahres gekündigt hat. "Seit vielen Jahren haben wir mit dem Verein über seine Jugendarbeit diskutiert", berichtet sie. Im Haus sollte es einen öffentlichen Jugendklub geben. Weder von den Öffnungszeiten noch von der Art der Jugendarbeit her habe es bisher diesen öffentlichen Jugendklub gegeben. "Es gab geschlossene Projekte und Kurse, aber keine offene Jugendarbeit, so wie wir sie uns vorstellen", so Keil weiter. Dass ein Träger in solch einem Haus Projekte und Kurse anbietet, um es besser auszulasten - das sei legitim, so die Stadträtin. "Aber darunter darf die offene Jugendarbeit nicht leiden. Wir möchten hier einen richtigen Jugendklub haben."

Weil TheMa nach Auffassung der Bezirkspolitiker dafür kein überzeugendes Konzept vorlegen konnte, hat sich der Jugendhilfeausschuss der BVV in den vergangenen Monaten mehrfach mit der Zukunft des H.O.F. 23 beschäftigt. Im Juni gab es im Ausschuss schließlich den Beschluss, dass die Arbeit des Trägers zunächst weiter bis zum Ende des Jahres gefördert wird. Zugleich wurde aber beschlossen, dass ein Interessenbekundungsverfahren für eine offene Jugendarbeit im H.O.F. 23 ausgelobt wird. "Daran konnten sich alle freien Träger, auch TheMa, mit einem Konzept beteiligen", erklärt die Stadträtin.

Das Interessenbekundungsverfahren endete Mitte des Monats und wird nun ausgewertet. Vorsorglich habe das Bezirksamt dem bisherigen Träger zum Ende des Jahres gekündigt, so Keil. Wenn ein anderer Träger ausgewählt wird, ist schließlich mit diesem ein neuer Mietvertrag abzuschließen und es müsse gewährleistet sein, dass er ohne Zeitverzug in den Räumen mit der Arbeit beginnen kann.

Stadträtin Keil betont: "Der Jugendhilfeausschuss und das Bezirksamt wollen hier also keine Jugendeinrichtung schließen. Im Gegenteil: Wir möchten die Jugendarbeit auf eine neue Schiene bringen. Wir wollen hier einen richtigen Jugendklub."

Die bisherigen jugendlichen Nutzer sehen das anders. Sie sind mit der bisherigen Projekt- und Jugendarbeit zufrieden. Martin Gerber erklärt, dass die Besucher befürchten, dass ihre Projekte aus dem Haus verdrängt werden. Dazu zählen zum Beispiel Zirkus-, Theater- und Disco-Projekte sowie Konzerte.

Wie es mit dem "House of Fantasie" weitergeht, werden in den nächsten Wochen der Jugendhilfeausschuss und das Bezirksamt entscheiden.


Bernd Wähner / BW
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.