Frauen aus häuslicher Gewalt holen: Verein Bora wurde vor 25 Jahren gegründet

Die Leiterin des Bora-Frauenhauses, Pari Teimoori (links), und Bora-Geschäftsführerin Uta Kirchner (rechts) nehmen aus den Händen von Maria Loheide den symbolischen Spendenscheck entgegen. (Foto: Bernd Wähner)

Weißensee. Der Verein Bora kümmert sich um Frauen, die Gewalt in häuslicher Umgebung erleiden müssen.

Um diesen Frauen mit viel Engagement helfen zu können, sind Bora stets Spenden willkommen. Der Verein erhält zwar eine Basisfinanzierung vom Senat. Die reicht aber nicht aus, um alle Projekte am Laufen zu halten. Deshalb freute sich das Team um Bora-Geschäftsführerin Uta Kirchner sehr, als es kürzlich Maria Loheide, Vorstand für Sozialpolitik bei der Diakonie Deutschland, mit einem symbolischen Spendenscheck über 5000 Euro begrüßen konnte.

Dieses Geld kam bei der Nutzung von Kaffeeautomaten in der Diakonie-Zentrale zusammen. Jeder Kaffeetrinker hinterlässt für die Nutzung einen freiwilligen Betrag. Diese Spende kommt dann in jedem Jahr einer anderen Organisation zugute. Und bei Bora ist dieses Geld gut angelegt.

Auf Spenden angewiesen

„Die Frauen können oft nur das Nötigste und ihre Kinder packen, bevor sie den Schritt aus der Gewalt zu Hause ins Bora-Frauenhaus oder in eine Zufluchtswohnung wagen“, berichtet Uta Kirchner. „Da die öffentlichen Zuwendungen nicht alle unsere Kosten decken, können wir die Spende gut für unsere Arbeit einsetzen.“

Das Frauenhaus Bora gab es bereits seit zwei Jahren unter dem Dach der Inneren Mission, als sich vor 25 Jahren Sozialarbeiterinnen entschlossen, den Verein Bora zu gründen. Das Frauenhaus ist noch heute eines der wichtigsten Vereinsprojekte. Es hat 53 Plätze in 24 Zimmer – und ist ständig voll belegt.

Denn immer wieder muss die Polizei bei Fällen häuslicher Gewalt einschreiten. Tausende solcher Einsätze registrieren die Beamten jedes Jahr in Berlin. Die Männer erhalten zwar ein vorübergehendes Hausverbot, doch damit sind die Probleme der Frauen nicht gelöst.

Deshalb stellt der Verein Bora nicht nur eine vorübergehende Wohnmöglichkeit im Frauenhaus zur Verfügung: Er berät sie auch dazu, wie sie ein Leben unabhängig von ihren gewalttätigen Partnern führen können. Unter anderem betreibt der Verein auch ein Wohnprojekt mit Übergangswohnungen. Bei den Frauen, die Gewaltsituationen erlebten, bleibt häufig ein Trauma zurück. Ihnen hilft Bora in einer therapeutischen Frauen-Wohngemeinschaft. Etwa 3500 bis 4000 Frauen aus allen Altersgruppen und Bevölkerungsschichten unterstützt Bora in jedem Jahr mit all seinen Angeboten. BW

Weitere Informationen zum in Berlin einmaligen Angebot von Bora gibt es auf www.frauenprojekte-bora.de.
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