In Liebe und Geborgenheit: Kinderwohnprojekt von casablanca feiert 20. Geburtstag

Jugendstadträtin Rona Tietje (Mitte) posiert für dieses „Familienfoto“ mit „Vater“ Ralf Schlüter und „Mutter“ Heidi Depil. (Foto: Bernd Wähner)
 
Ralf Schlüter (rechts) freut sich, dass Frank Barsch, Rainer Pokoj und Azubi Anton Kindler aus der benachbarten Tischlerei von Zukunft Bauen zum Jubiläum den Kindern ein Baumhaus bauten. (Foto: Bernd Wähner)

Weißensee. Im Kinderwohnprojekt der gemeinnützigen Gesellschaft casablanca finden Kinder ein Zuhause, die aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr bei ihren Eltern leben können.

Diese Einrichtung gibt es seit nunmehr 20 Jahren. Dieses Jubiläum wurde mit einem zweitägigen Fest gefeiert. Zu diesem waren nicht nur Kinder, Ehemalige und Mitarbeiter eingeladen, auch Unterstützer, Sponsoren, ehrenamtliche Helfer und Familien aus der Nachbarschaft feierten mit. Über 1000 Besucher kamen. Sie alle zollten diesem engagierten Projekt ihre Anerkennung.

Meist werden die Kinder, die in das Wohnprojekt kommen, aus verwahrlosten Wohnungen geholt. Oder es kam zu Gewalt in der Familie. Manchmal sind Eltern auch aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage, sich um ihre Kinder zu kümmern. Die Betroffenen kommen zunächst in den Clearing-Bereich von casablanca, bis geklärt ist, wie es mit ihnen weitergeht. Im Wohnprojekt selbst gibt es 52 Plätze in acht Gruppen. In ihnen werden Kinder im Alter bis zu 17 Jahren betreut. Ihnen stehen 41 pädagogische Mitarbeiter zur Seite, die sie versorgen, fördern und begleiten.

Weil das Projekt aufgrund der Haushaltssituation im Land Berlin nur mit der allernötigsten finanziellen Ausstattung unterstützt wird, freuen sich die Mitarbeiter über jede Spende. Inzwischen gibt es Großspender, die über Jahre dem Kinderwohnprojekt helfen. Dazu gehören unter anderem Rotaryclubs, die Anwaltskanzlei Greenberg Traurig, eine Abteilung der Berliner Bank, die Renate-Günter-Stiftung und die Zenon GmbH.

Dass es das Kinderwohnprojekt in seiner heutigen Form gibt, ist vor allem Heidi Depil und Ralf Schlüter zu verdanken. Sie wurden bei den Jubiläumsfeierlichkeiten schlicht als Mutter und Vater der Einrichtung bezeichnet. Heidi Depil gründete 1995 die casablanca gGmbH mit und ist seitdem ihre Geschäftsführerin. Die gemeinnützige Gesellschaft bewarb sich seinerzeit um die Übernahme des Kinderheimes für Kleinkinder in Weißensee. Das wurde noch von städtischen Stiftung Jugendaufbauwerk betrieben und sollte an einen freien Träger übergeben werden.

Nachdem casablanca den Zuschlag erhalten hatte, begann 1996 die konzeptionelle und strukturelle Umgestaltung des Kinderheimes. Innerhalb eines Jahres wurde von den Fachleuten das Konzept des heutigen Kinderwohnprojektes mit kleinteilig betreuten Wohngruppen entwickelt. „Für die Bereitstellung geeigneter Wohnungen sorgte der Verein Zukunft Bauen in der Pistoriusstraße 108“, sagt Heidi Depil. Hier ist heute immer noch das Zentrum des Kinderwohnprojektes. An weiteren Standorten an der Langhans- und Brauhausstraße, die fußläufig zu erreichen sind, gibt es zwei weitere Standorte.

Der Vater des Projektes, Ralf Schlüter, ist seit 2001 Leiter der Einrichtung. Seitdem setzt er sich mit viel Engagement ein, entwickelt mit seinem Team immer neue Ideen mit dem Ziel, den Kindern Wärme, Schutz und Geborgenheit zu bieten, sie zu fördern und ihnen besondere Erlebnisse zu ermöglichen.

Die Jugend- und Sozialstadträtin Rona Tietje (SPD) ist vom Engagement des Teams um Ralf Schlüter begeistert. Das Ergebnis könne sich sehen lassen, so die Stadträtin. Hier werde mit viel Wärme und Liebe pädagogische Arbeit geleistet. Aber das Kinderwohnprojekt begeistert auch viele Menschen aus der Nachbarschaft. „Es gibt unwahrscheinlich viele Ehrenamtliche und Sponsoren, die das Projekt unterstützen. Darauf kann das Team stolz sein“, sagt Tietje. BW

Weitere Informationen auf http://asurl.de/13fe.
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