Trainer und Spieler haben den Club Italia verlassen

Der Club Italia (rosa) trat beim 21. Hallenturnier für Berlin-Ligisten letztmals in alter Besetzung an. Viele Spieler haben den Klub verlassen. (Foto: Nittel)

Westend. Das Fußballteam vom Club Italia, im Sommer erst in die höchste Spielklasse der Hauptstadt Berlin-Liga aufgestiegen, nachdem man die beste Rückrunde in der Geschichte der Landesliga gespielt hatte, bricht auseinander. Der Grund: das liebe Geld.

Neben zahlreichen Spielern, die das Team bereits verlassen haben und aus dem Verein ausgetreten sind, verlässt nun auch Trainer Dragan Kostic den Klub. "Die halbe Mannschaft hat sich in der Winterpause verabschiedet. Ich hätte sehr gern weitergemacht. Unter diesen Umständen macht es aber auch für mich keinen Sinn, die Truppe weiter zu trainieren." Der Grund für den Abgang so vieler Spieler sollen zu hohe finanzielle Erwartungen gewesen sein, die der Klub in dieser Form nicht erfüllen wollte und konnte. "Mir war klar, dass bedeutend weniger Geld als in der Vergangenheit gezahlt werden sollte", erinnert sich Kostic. "Der Verein hat mit offenen Karten gespielt und den Spielern gesagt, dass nur wenig Geld zum Verteilen da ist. Die Erwartungen der Jungs sind da wohl gänzlich andere gewesen." Der Auftritt beim 21. Hallenturnier für Berlin-Ligisten um den Uwe-Piontek-Pokal am 23. Dezember in der Sömmering-Sporthalle war der letzte des Teams um ihren Coach: "Wir sind alles Sportler, die sich bei diesem Turnier vernünftig verabschieden wollten", hatte Kostic am Rande der Veranstaltung erklärt. Mit einem Sieg und drei Niederlagen war man aber bereits in der Vorrunde ausgeschieden. Und auch die Hinrunde in der Berlin-Liga ist alles andere als glücklich verlaufen: Das Team war von extremem Verletzungspech verfolgt, so dass die magere Ausbeute von nur einem Sieg, drei Remis und 13 Niederlagen nicht weiter überraschend kam. Der Klassenerhalt ist nicht sehr wahrscheinlich, wäre aber auch nicht gänzlich unrealistisch gewesen.

Und doch haben sich viele Spieler nun gegen den Klub und damit auch das Team entschieden: Unter anderem haben bereits Marcelo Zenteno-Montanio, David Garnczarek, Robin Tolbert, Gino Wrembel und Thomas Poznanski dem Westend den Rücken gekehrt. "Ich verstehe die Spieler nicht. Ich bin mit ihnen allen prima ausgekommen. Aber ich hätte erwartet, dass zumindest ein wenig mehr Herzblut am Klub und seiner Zukunft hängt."

Anders lautenden Gerüchten zufolge wird das Team aber nicht aus der Liga zurückgezogen. "Soweit ich weiß, soll es mit Spielern aus der zweiten Mannschaft aus der Kreisliga B aufgefüllt werden. Das mögen alles charakterlich einwandfreie Jungs sein. Aber sportlich werden sie in der Berlin-Liga nichts reißen können, so dass eine Zusammenarbeit mit mir völlig ausgeschlossen war", erklärte Kostic, der sich abschließend von einer Aussage distanzierte, die in einem Fußball-Fachblatt zu lesen war. Dort war Kostic mit den Worten zitiert worden, dass der Club Italia in der jetzigen Situation und nach einem möglichen Rückzug von Präsident Florian Sinnig untergehen werde. "So habe ich das nicht gesagt. Natürlich wird der sportliche Erfolg in den nächsten zwei oder drei Jahren ausbleiben. Aber mit richtigen personellen Entscheidungen kann der Klub jederzeit in die Erfolgsspur zurückkehren."


Michael Nittel / min
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