In Schlagdistanz: Tennis Borussia beendet Hinrunde auf Platz vier

Für TeBe-Coach Daniel Volbert ist ein möglicher Aufstieg in die Regionalliga – trotz eines tollen Jahres 2015 – zur Zeit kein Thema. (Foto: Michael Nittel)
Berlin: Mommsenstadion |

Westend. Tennis Borussia Berlin hat die Hinrunde in der Fußball-Oberliga mit neun Siegen, vier Remis und nur zwei Niederlagen auf dem vierten Tabellenplatz beendet und liegt nur vier Zähler hinter Spitzenreiter Hertha 03 Zehlendorf. Und doch möchte Coach Daniel Volbert von einem möglichen Aufstieg nichts wissen: „Diese Saison wollen wir erst einmal in die Oberliga reinschnuppern. Der Aufstieg ist kein Thema!“

Das letzte Pflichtspiel des Jahres am 19. Dezember hatte TeBe mit 2:0 gegen den SV Altlüdersdorf gewonnen. Vor 338 Zuschauern im Mommsenstadion waren die Berliner durch ein Eigentor von Lucas Groth kurz nach der Pause in Führung gegangen. Toptorjäger Sebastian Huke, der in dieser Spielzeit bereits zehn Treffer erzielen konnte und damit drittbester Schütze der gesamten Liga ist, besorgte rund eine Viertelstunde vor Schluss den Endstand.

Doch die wichtigste Nachricht dieses Tages hatte mit Fußball nichts zu tun: Mit einem Plakat im Fanblock und einer Nachricht auf der Anzeigetafel hielt TeBes Daniel Bongartz noch während der Partie um die Hand seiner Freundin Ilona an. Den richtigen Antrag und die positive Antwort gab es dann nach dem Match im Mittelkreis. Ein waschechter Borusse, der Bongartz längst ist, kann so einen Antrag natürlich nur im Mommsenstadion am Rande eines Spiels seiner Veilchen machen – und knapp 350 Menschen sahen und hörten zu.

Doch zurück zum runden Leder: Für die Veilchen ging ein erfolgreiches Jahr 2015 zu Ende. Nach der Meisterschaft in der Berlin-Liga und der Rückkehr in den überregionalen Fußball sah es für viele Wochen tatsächlich so aus, als sollte der Traditionsklub schon in dieser Spielzeit das Zeug dazu haben, direkt in die Regionalliga durchzumarschieren. Mit sechs Siegen und einem Remis war man grandios in die Spielzeit gestartet. Erst am 20. November und ausgerechnet gegen den Lokalrivalen und Mitaufsteiger CFC Hertha 06 gab es die erste Saisonniederlage, der nur acht Tage später beim 1. FC Frankfurt die zweite folgte. Als die Veilchen – nur 14 Tage später – auch noch das Aus im Pokal beim SV Lichtenberg 47 ereilte, verleitete das Coach Volbert zu den Aussagen, sein Team ginge mittlerweile auf dem Zahnfleisch und der Aufstieg sei kein Thema.

Natürlich wird es immer so sein, dass Tennis Borussia Berlin – ob zu Recht oder auch nicht – allein aufgrund seines Namens, der Tradition und der großen Schar an treuen Fans als ein Klub gehandelt wird, der hochklassig Fußball spielen muss. Und natürlich lechzen die Zuschauer danach, im Mommsenstadion ein Derby gegen den Berliner AK zu spielen oder Traditionsklubs wie den FSV Zwickau oder Carl Zeiss Jena zu Gast zu haben. Fakt ist aber auch: TeBe war – für das überregionale Publikum – für ein paar Jahre in der Berlin-Liga verschwunden und ist erst vor rund sieben Monaten wieder aufgetaucht. Insofern macht Daniel Volbert alles richtig, wenn er Druck von der Mannschaft nimmt. Und dabei spielt es keine Rolle, ob er dies aus strategischen Gründen oder aus voller Überzeugung tut. min
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