TuS Makkabi plant mit neuem Coach Rückkehr in Berlin-Liga

Der TuS Makkabi - hier Paul Hasenkampf (r.) beim 2:1-Erfolg gegen SV Tasmania - steigt nach nur zwei Jahren wieder aus der Berlin-Liga ab. (Foto: Nittel)

Westend. Die Fußballer vom TuS Makkabi müssen nach nur zwei Jahren wieder aus der Berlin-Liga, der höchsten Spielklasse der Hauptstadt, absteigen. Ausschlaggebend war eine dramatisch schlechte Hinrunde, in der die Truppe vom Eichkamp nur ein einziges Spiel gewinnen konnte.

Bis zum 16. Spieltag hatten die Charlottenburger warten müssen, bevor mit dem 1:0-Erfolg in Johannisthal der erste Saisonsieg gelungen war. Die Aufholjagd in der Rückrunde kam zu spät - der Abstand zum rettenden Ufer war schon viel zu groß. Dass viel mehr drin gewesen wäre, zeigen unter anderem die äußerst knappen Ergebnisse: Der TuS verlor unglaubliche 17 Partien mit nur einem einzigen Tor und war in diesen Spielen oft nicht unbedingt die schlechtere Mannschaft. "Wenn man in der Tabelle unten steht, hat man einfach nicht das Quäntchen Glück, das man benötigt", musste

Coach Claudio Offenberg ein ums andere Mal ernüchtert feststellen. Exemplarisch dafür, dass die Truppe um das Trainergespann Offenberg und Dirk Hein den Klassenerhalt ohne weiteres hätte schaffen können, war auch der Auftritt am vorletzten Spieltag beim SV Tasmania: Mit 2:1 triumphierte der TuS beim Tabellenzweiten, der zu diesem Zeitpunkt noch von Meisterschaft und Aufstieg in die Oberliga geträumt hatte. Mit offensivem Pressing und hoher Laufbereitschaft zwang der TuS den Favoriten aus Neukölln immer wieder dazu, viel mit langen Bällen zu operieren, die für die Verteidigung der Charlottenburger leichte Beute waren. Und als die Tasmanen in der zweiten Halbzeit langsam ungeduldig wurden, setzte der TuS immer wieder Nadelstiche nach vorn: Nahezu folgerichtig ging man durch ein Tor von Le-Roy Da-Costa in Führung und konnte - trotz des zwischenzeitlichen Ausgleichs durch Jack Grubert - die Partie in der Nachspielzeit durch einen Treffer von Jesucristo Kote Lopez für sich entscheiden.

Nicht zuletzt dieses Spiel hat gezeigt, dass der TuS Makkabi durchaus Berlin-Liga-Potenzial besitzt. Nicht umsonst war man in der Vorsaison als Aufsteiger sofort Vizemeister geworden. Umso dramatischer der jetzige Absturz. Doch letztlich war der personelle Aderlass im vergangenen Sommer zu groß: Zwölf Leistungsträger hatten den Klub verlassen - unter ihnen so wichtige Spieler wie Angreifer René Robben, der mit seinen Toren in dieser Saison Hertha 03 Zehlendorf zu Meisterschaft und Aufstieg geschossen hat. Viele junge und talentierte Spieler sollten den Karren ziehen - diese Aufgabe war aber noch zu groß. "Viele dieser Jungs haben ihr erstes Jahr in der Berlin-Liga gespielt. Da kann ich nicht erwarten, dass sie es sind, die uns in der Klasse halten", nahm Offenberg die Jungen in Schutz.

Auch das Experiment, mit Frank Harzheim zu Saisonbeginn einen neuen Trainer zu installieren, scheiterte. Offenberg, der sich auf den Posten des sportlichen Leiters zurückgezogen hatte, kehrte nach nur sechs Spieltagen auf den Trainerstuhl zurück und holte sich in der Winterpause Dirk Hein an seine Seite. Doch retten konnten das Gespann den TuS auch nicht mehr.

In der neuen Spielzeit soll nun der erfahrene Hans-Joachim Gehrmann, der schon zahlreiche Berliner Klubs trainiert hat, dafür sorgen, dass Makkabi in der Landesliga eine gute Rolle spielen und schon bald in die Berlin-Liga zurückkehren wird. Zumindest eines hat Gehrmann in seiner langen Trainerkarriere bewiesen: Er arbeitet gern mit jungen und leistungsorientierten Spielern, so dass die guten Strukturen im Eichkamp eine prima Voraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft sein könnten.


Michael Nittel / min
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