Gesobau kauft sechs Häuser neben dem Umspannwerk an der Kopenhagener Straße

Vollrad Kuhn war zum ersten Richtfest als Pankower Stadtentwicklungsstadtrat an die Kopenhagener Straße eingeladen. Gemeinsam mit Projektentwicklerin Femke Hägen und Gesobau-Prokurist Lars Holborn feierte er das Aufziehen des Richtkranzes. (Foto: Bernd Wähner)
 
An der Kopenhagener Straße entstehen derzeit sechs neue Häuser, die künftig von der Gesobau verwaltet und vermietet werden. (Foto: Bernd Wähner)

Wilhelmsruh. Gleich neben dem alten Umspannwerk in Wilhelmsruh entsteht ein neues Wohnquartier. Für das konnte vor wenigen Tagen Richtfest gefeiert werden.

Im alten Umspannwerk gibt es inzwischen eine neue Nutzung. Dort hat der Vattenfall Europe Information Service (VE IS) in sanierten Räumen seinen Sitz. Gleich nebenan entstehen nun Wohnhäuser. Mit ihnen wird eine Lücke zwischen Umspannwerk und der bestehenden Häuserzeile geschlossen. Immerhin 119 Wohnungen werden dort in sechs Mehrfamilienhäusern entstehen.

Die Architektin und Projektentwicklerin Femke Hägen, Chefin der Haberent Baugesellschaft mbH, erwarb die Fläche. Größtes Problem: Auf dem Grundstück gab es noch die Reste eines Luftschutzbunkers aus dem Zweiten Weltkrieg. Diese mussten zuvor abgetragen werden, was sich als gar nicht so einfach erwies.

Aber seit dieser „Stein“ aus dem Weg geräumt ist, geht es auf der Baustelle voran. Femke Hägen sprach beim Richtfest über ihre Visionen. Ihr Traum ist es, nicht nur Wohnungen, sondern einen „Ort der Begegnung und Stille“ zu schaffen. Zur Straße hin werden drei mehrgeschossige Wohnhäuser gebaut, im Gartenbereich drei weitere. So entsteht ein Innenhof, der sich Richtung Westen in ein begrüntes Gebiet öffnet. Die Fassade entlang der Kopenhagener Straße 93-103 wird indes mit Klinkern gestaltet. „Wir nehmen hier die Klinkerfassade des alten Umspannwerks auf“, sagt die Architektin.

Auch wenn das Unternehmen Habarent dort baut und 24 Millionen Euro investieren werden, die Projektentwicklerin wird die Wohnanlage nicht behalten. Es ist inzwischen ein sogenanntes Neubau-Ankaufsprojekt der Gesobau AG, die es nach Fertigstellung übernehmen wird. Die ersten Mieter sollen im Frühjahr 2018 einziehen. Gebaut werden Anderthalb- bis Vier-Zimmer-Wohnungen. Gesobau-Prokurist Lars Holborn: „Die Gesobau baut nicht nur nachhaltig und attraktiv, sondern vermietet auch bezahlbar. Für uns ist es unerlässlich, leistbare Mieten in allen unseren Beständen anzubieten. In der Kopenhagener Straße wird es Wohnungen für Menschen in jeder Lebenssituation und sozialen Lage geben.“ Aus diesem Grund entstehen auch 21 der 119 Wohnungen, also etwa ein Fünftel, als geförderte Wohnungen, die für durchschnittlich 6,50 Euro pro Quadratmeter vermietet werden. Mit dem Senat wurde zwar verabredet, dass die städtischen Wohnungsbaugesellschaften ein Drittel ihrer neu entstehenden Wohnungen als Sozialwohnungen anbieten, aber hier baut die Gesobau nicht selbst, und der Bauherrin ist es aus Kostengründen an diesem Standort nicht möglich, noch mehr preiswerten Wohnraum zu schaffen. Die anderen Wohnungen werden für um die zehn Euro pro Quadratmeter vermietet.

Stadtentwicklungsstadtrat Vollrad Kuhn (Bündnis 90/Die Grünen) freut sich trotzdem, dass zumindest ein Teil als Sozialwohnungen entsteht. „Unser zentrales Anliegen ist es, dass sich Menschen einkommensunabhängig und langfristig Wohnungen in ihrem Stadtteil leisten können“, sagt er. Derzeit befänden sich im Bezirk etwa 1300 neue Wohnungen im Bau, berichtet der Stadtrat. Mit dem Bau weiterer 220 werde noch im Juli begonnen. BW
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