Ohne Verkehrskonzept: „Wilhelmsruher Tor“ wirkt sich auf den gesamten Ortsteil aus

Noch stehen auf der Fläche an der Kopenhagener Straße die Gebäude der Berliner Ausbau GmbH. Schon bald soll hier mit der Umsetzung des Projektes „Wilhelmsruher Tor“ begonnen werden. (Foto: Claudia Hackelberg)

Wilhelmsruh. Das neue Stadtquartier „Wilhelmsruher Tor“ nimmt Konturen an. Bislang ist die Fläche von circa 29 000 Quadratmetern in der Kopenhagener Straße 96 unweit des S-Bahnhofs Wilhelmsruh ein gewerblich genutztes Areal.

Auf diesem hat die Berliner Ausbau GmbH ihren Firmensitz. Das Unternehmen hat aber bereits einen anderen Standort in Pankow gefunden. Auf der Fläche möchten die Unternehmen NCC Deutschland und die MBS Projekt GmbH ein neues Wohnquartier errichten. Es sollen bis zu 400 Wohnungen, eine Kindertagesstätte und Flächen für neue Gewerbe- und Dienstleistungsfirmen entstehen.

Damit es baurechtlich möglich ist, auf der bisher gewerblich genutzten Fläche Wohnhäuser zu errichten, muss für das Gelände eine neue Bauleitplanung erstellt und beschlossen werden. Kürzlich fand dazu die Bürgerbeteiligung statt. Die Pläne stießen zwar überwiegend auf Zustimmung, aber erhebliche Probleme sehen viele Wilhelmsruher noch in der Verkehrserschließung dieses Gebiets.

Deshalb hat die SPD Wilhelmsruh-Rosenthal jetzt einen BVV-Antrag auf den Weg gebracht, mit dem sie ein Verkehrskonzept für die Anbindung des „Wilhelmsruher Tores“ fordert. Man unterstütze und begrüße das Bauprojekt, sagt Claudia Hackelberg von der SPD-Abteilung. Bei der anstehenden weiteren Planung sei es nun aber wichtig, die Konsequenzen eines solchen Neubauprojektes für die Verkehrsplanung angemessen und rechtzeitig zu berücksichtigen. „Das Bezirksamt wird deshalb von uns ersucht, ein Verkehrskonzept vorzulegen, das die Anbindung des neuen Stadtquartiers sowie die Verkehrssituation für den gesamten Südosten von Wilhelmsruh erfasst“, so Claudia Hackelberg. Betroffen von zusätzlichem Verkehr sei künftig nicht nur das Gebiet, das der Bauplan umreist, auch im gesamten Südosten des Ortsteils bis hin zur Germanenstraße und zur Straße vor Schönholz werde man Auswirkungen spüren.

„Wir befürchten, dass sich der zunehmende Verkehr größtenteils über den Waldsteg in Richtung Pankow bewegen wird“, sagt die Wilhelmsruherin. Der Waldsteg würde das Bebauungsplangebiet über die bisher schlecht ausgebaute Niederstraße, die teilweise neu zu errichtende Tollerstraße sowie die Planstraße B an den Verkehr anbinden. In diesem Zusammenhang fordert die SPD Wilhelmsruh-Rosenthal das Bezirksamt auf, auch kurzfristige Maßnahmen zur Ertüchtigung des Waldstegs sowie gegebenenfalls weiterer Straßen in der Siedlung zu ergreifen.

Bereits Anfang 2015 hatte die BVV auf Initiative der Wilhelmsruher SPD das Bezirksamt aufgefordert, zügig das Planungsverfahren für das „Wilhelmsruher Tor“ einzuleiten. Seinerzeit ist bereits auf die Konsequenzen des Projektes für die Infrastruktur hingewiesen worden. Doch noch fehlen überzeugende Konzepte. Die Verordneten werden sich voraussichtlich auf ihrer nächsten Sitzung am 14. September um 17.30 Uhr im BVV-Saal an der Fröbelstraße mit diesem Thema befassen. BW
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