S-Bahnzüge aus Wilhelmsruh: Der Innenausbau der neuen Wagen hat begonnen

Im Wilhelmsruher Stadler-Werk begann die Montage der neuen S-Bahn. (Foto: Christian Kielmann)

Bereits seit Längerem freuen sich die Berliner auf die neue S-Bahn. Im Stadler-Werk begann nun die Montage des ersten Wagens.

Der erste Wagenkasten ist im Rohbau fertig. Was noch fehlt, sind die technische Ausrüstung und der Innenausbau. Die Außenlackierung des ersten Rohbaus ist ein echter Hingucker. 220 Kilogramm rote und gelbe Farbe auf rund 17 Meter Wagenlänge lassen keinen Zweifel daran, dass hier an einer neuen S-Bahn-Generation für Berlin gearbeitet wird.

Gefertigt im Stadler-Werk in Ungarn, erreichte der erste Wagen kürzlich das Wilhelmsruher Werk auf einem Tieflader. Nun können die Techniker des Herstellerkonsortiums Siemens/Stadler loslegen. Jeweils fünf durchgehend begehbare Vier-Wagen-Einheiten und fünf Zwei-Wagen-Züge werden ausgerüstet. Weitere 352 Wagen folgen in den kommenden Jahren.

Mit dem Montagebeginn ziehen nach und nach „Herz, Gehirn und Seele“ in die rot-gelben Wagenkästen ein. Das „Herz“ ist der Antriebscontainer mit den Fahrmotoren und der elektrischen Ausrüstung. Die Leit- und Steuerungstechnik steht symbolisch für das „Gehirn“ der Wagen. Die „Seele“ schließlich sind die umfangreichen Komfortmerkmale, die das Entwicklerteam in enger Zusammenarbeit mit S-Bahn-Kunden und den Fahrgastverbänden erarbeitet hat. Dazu gehört auch die zeitgemäße Fortführung des klassischen rot-gelben Farbdesigns, die die Berliner S-Bahn seit knapp 100 Jahren unverwechselbar macht.

Peter Buchner, Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin, freut sich über den erreichten Meilenstein: „Wir liegen im Zeitplan. Nur knapp zwei Jahre nach Vertragsunterzeichnung beginnt die Montage der von unseren Fahrgästen sehnsüchtig erwarteten neuen Züge. Bereits im kommenden Jahr wird der erste vollausgestattete Zug auf eigenen Drehgestellen stehen.“

„Es erfüllt uns mit Stolz, heute den Startschuss zur Montage der neuen S-Bahnen gemeinsam mit unseren Vertragspartnern offiziell verkünden zu können“, so Ulf Braker, Geschäftsführer der Stadler Pankow GmbH. „In den kommenden Wochen wird hier ein Produkt aus Berlin für Berlin entstehen.“ Sabrina Soussan von der Division Mobility von Siemens erklärt: „Wir bauen in die neuen Berliner Züge vielfach bewährte Komponenten ein. Eine erprobte und robuste Technik, die bereits in vielen Fahrzeugen auf der Welt eine hohe Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt hat. Wir haben die Züge besonders fehlertolerant konzipiert, sodass sich die Berliner auf sehr zuverlässige Fahrzeuge freuen können.“

Im Ergebnis der gemeinsamen Fleißarbeit der beiden erfahrenen Produzenten von Schienenverkehrsfahrzeugen stehen nach Auslieferung in den Jahren 2021 bis 2023 insgesamt 85 neue Vier-Wagen-Züge und 21 Zwei-Wagen-Einheiten für den S-Bahnbetrieb bereit. Sie werden auf der Ringbahn und den südöstlichen Strecken eingesetzt. Die S-Bahn Berlin investiert in die neuen Fahrzeuge und die notwendige Anpassung der Werkstatt in Grünau rund 900 Millionen Euro.
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