Fahrverbot wird häufig nicht beachtet

Am 30. Januar fuhren innerhalb von nur zehn Minuten vier Lkw über die für Kraftfahrzeuge von mehr als 18 Tonnen Gesamtgewicht gesperrte Brücke. (Foto: Uhde)

Wilhelmstadt. Mehrfach war die derzeitige Sperrung der Freybrücke für Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von über 18 Tonnen Thema in der Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am 29. Januar. Dabei ging es etwa um die Buslinie X34 von Kladow zum Bahnhof Zoo und die Belastung des Nennhauser Damms durch die Umleitung des Schwerlastverkehrs.

Einstimmig nahmen die Verordneten einen Antrag der Grünen Alternativen Liste Spandau (GAL) an. Dieser beauftragt das Bezirksamt, den Nennhauser Damm zwischen den Kreuzungsbereichen Am Zeppelinpark und Brunsbütteler Damm vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Wie berichtet, nutzen derzeit wegen der Brückensperrung zahlreiche Lkw-Fahrer diese Straße durch den Staakener Ortskern. Damit folgen sie einem Verkehrshinweis auf die Sperrung an der Heerstraße in Höhe der Landesgrenze. "Im Verlauf dieser Umleitung von Westen in die Berliner City muss der Schwerlastverkehr durch zusätzliche Beschilderung am Abzweig der Straße Am Zeppelinpark statt über den Nennhauser Damm durch das Gewerbegebiet zum Brunsbütteler Damm geleitet werden", forderte daher die GAL. Diese Verkehrsführung sei zur Entlastung des Wohngebiets im Staakener Zentrum dringend notwendig.

Ebenfalls einstimmig verabschiedeten die Verordneten den Antrag der CDU-Fraktion, die Buslinie X34 wieder auf der gewohnten Linie verkehren zu lassen. Auf der Expressbuslinie sind für gewöhnlich Doppeldeckerbusse im Einsatz. Diese können jedoch derzeit wegen ihres zu hohen Gesamtgewichts die Brücke nicht passieren. Die BVG stellte die Buslinie deshalb Mitte Januar teilweise ein. "Eine durchgehende Verbindung vom Spandauer Süden zur City West ist jedoch dringend notwendig", so die CDU. Denn die derzeitigen Umleitungen der BVG böten keinen gleichwertigen Ersatz. "Das Bezirkssamt soll sich daher dafür einsetzen, dass die Linie X 34 vorübergehend mit Bussen betrieben wird, die die Brücke passieren dürfen", sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Arndt Meißner.

Offenbar nehmen aber nicht alle BVG-Busfahrer das Fahrverbot ernst. So fuhr ein "Schlenki" mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 18 Tonnen als Betriebsfahrt am Vormittag des 30. Januar über die Brücke. Kontrollierende Polizeibeamte drückten ein Auge zu. Zur selben Zeit fuhren innerhalb von nur zehn Minuten vier augenscheinlich zu schwere Lkw in Richtung Westen über die Freybrücke. An der Glockenturmstraße stand ein Einsatzfahrzeug der Polizei. Dessen Besatzung veranlasste mehrere Lkw-Fahrer, die in Richtung Osten auf der Heerstraße unterwegs waren, ihre Fahrzeuge zu wenden.


Michael Uhde / Ud
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