Künstler gestalteten Brandwand am Metzer Platz

Andreas Wunderlich vom Altstadtmanagement Spandau (links) und der Künstler Hartmut Lindemann mit teilweise auf dem Wandbild verewigten Kindern. (Foto: Uhde)

Wilhelmstadt. Zwei Monate lang standen sechs Künstler der Gesellschaft "Potsdamer Creative Stadt" an der Pichelsdorfer Straße 114 auf dem Gerüst und arbeiteten. Am 8. August wurde die von ihnen bemalte Brandwand von Baustadtrat Carsten-Michael Röding (CDU) und Andreas Wunderlich vom "Altstadtmanagement Spandau" der Öffentlichkeit vorgestellt.

Das Wandbild zeigt die Fiktion einer künftigen Wilhelmpassage und viele Details Spandauer Geschichte. Zu sehen sind etwa das einst hier am Metzer Platz stehende Kino Regina und Kaiser Wilhelm als Namenspaten des Ortsteils. Der bekannte Spandauer Puppet-Comedian Sascha Grammel spielt mit seiner Puppe Frederic. Zu sehen ist auch die Prinzessin Charlotte von Preußen, das erste deutsches Motorschiff, das 1816 in der heutigen Wilhelmstadt gebaut wurde. Kinder der nahen Christoph-Földerich-Grundschule weisen mit ihren orangefarbenen Westen auf den Projektpartner Berliner Stadtreinigung hin. Als alteingesessener Projektpartner unterstützte auch das 1927 in Spandau gegründete Traditionsunternehmen "Florid Eis" das Kunstprojekt. Vor dessen Eisstand schleckt die fünfjährige Tochter Lara des Firmeninhabers Olaf Höhn ihre kühle Leckerei. Zur Finanzierung des Kunstwerks trug auch der Eigentümer des bemalten Hauses, die Gesellschaft "Gate Consortium One", bei.

Die Giebelgestaltung wurde zudem im Sanierungsgebiet Wilhelmstadt mit 50 Prozent gefördert. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, das Bezirksamt Spandau und die Stadtteilvertretung Wilhelmstadt begleiteten das Vorhaben.

Bei aller Zustimmung der bei der Vorstellung am 8. August anwesenden Anwohner wurde jedoch auch Kritik am Wandbild laut. "Das Bild offenbart, dass diese fiktiven Wilhelmpassagen für Rollstuhlfahrer, Nutzer von Rollatoren und Eltern mit Kinderwagen wegen der vielen zum Eingang führenden Treppen unerreichbar sind", sagte Professorin Jutta Schöler. Dass man das Gebäude hinten über einen Fahrstuhl erreichen könne, halte sie für diskriminierend, so die Spandauerin, die sich in ihrer beruflichen Laufbahn intensiv mit dem Thema Inklusion, also die Integration von Menschen mit Behinderung, beschäftigt und dafür in diesem Jahr den Bundesverdienstorden erhalten hat.


Michael Uhde / Ud
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