Engpass bei der Versorgung: Mobilitätshilfedienst braucht mehr Leute

Im Gespräch: Heiko Melzer und Frank Bewig (rechts) mit Birgit Schumacher. (Foto: Ulrike Kiefert)
Berlin: Fördererverein Heerstraße Nord |

Staaken. Der Mobilitätshilfedienst des Förderervereins Heerstraße Nord braucht mehr Personal. Sozialstadtrat Frank Bewig und der Abgeordnete Heiko Melzer (beide CDU) fordern deshalb den Senat auf, hier aufzustocken.

Seit 25 Jahren gibt es den Mobilitätshilfedienst des gemeinnützigen Förderervereins Heerstraße Nord im Bezirk. Damals wie heute versorgt er Spandauer bei Krankheit, Alter oder Behinderung. Die Helfer gehen mit zum Arzt, Einkauf oder zu Behörden, begleiten zu Veranstaltungen oder beim Spaziergang. 300 Spandauer nutzen diesen Service, die meisten von ihnen sind über 80 Jahre alt.

Der Senat finanziert dem Mobilitätshilfedienst vier hauptamtliche Stellen. Dazu fördert das Jobcenter rund 25 MAE-Stellen. In der Summe mag das ausreichend klingen. Doch die Praxis sieht anders aus. Denn die MAE-Kräfte, die der Verein zugewiesen bekommt, seien nicht immer ausreichend qualifiziert für diese Arbeit, sagt Projektleiterin Birgit Schumacher vom Fördererverein. „Sie müssen anpacken können, Rollstühle schieben, engagiert und zuverlässig sein.“ Nicht alle wollen oder können das und so kommt es, dass der Verein übers Jahr auf höchstens 15 dieser Helfer zurückgreifen kann.

Die Folge ist, dass die vier hauptamtlichen Mobilitätshelfer neben ihrer Verwaltungs- und Koordinierungsarbeit auch den Job der Helfer übernehmen müssen. Doch dafür bleibt oft nicht die Zeit. „Das ist auf Dauer kontraproduktiv und hilft unseren Kunden nicht weiter“, so Birgit Schumacher. Das sieht auch Sozialstadtrat Frank Bewig (CDU) so. „Ziel dieses Dienstes ist doch, die aktive Teilhabe älterer und kranker Bürger in der Gemeinschaft zu ermöglichen, also ihre Isolation und Vereinsamung zu vermeiden.“

Zumal der Anteil älterer Spandauer in den kommenden 15 Jahren deutlich steigen wird. Die Zahl der Hochbetagten, also über 80-Jährigen wird sich prognostisch gar verdoppeln und zwar auf rund 22.000. Der Stadtrat sieht daher dringenden Handlungsbedarf und hat darum alle Spandauer Abgeordneten schriftlich zur Unterstützung des Mobilitätshilfedienstes aufgerufen. Konkret setzt er sich für eine Aufstockung des Hauptpersonals auf mindesten fünf Stellen und zwar allesamt in Vollzeit ein.

Rückendeckung für diese Forderung bekommt Frank Bewig von Heiko Melzer. Der CDU-Abgeordnete für Staaken und das Spektefeld hatte kürzlich gemeinsam mit dem Stadtrat den Dienst besucht und sich die Probleme erläutern lassen. „Leider sind die 13 Berliner Mobilitätshilfedienste im Haushaltsentwurf des Senats und des Finanzsenators Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) bisher nicht ausreichend finanziert worden“, sagt Melzer. Jetzt sei es am Abgeordnetenhaus und an den Fraktionen, auch den Mobilitätshilfedienst in Spandau finanziell zu sichern und auszubauen. Zeitlich passend kommt der Hilferuf, weil der Hauptausschuss noch im November über den Haushaltsplan Soziales beraten wird. uk
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