Hallenbad Gatower Straße soll in diesem Jahr öffnen

Wilhelmstadt. In einigen Becken befindet sich bereits Wasser. Ansonsten herrscht hier noch weitgehend Baustelle. Etwa im neuen Umkleidebereich, der bisher nur als Rohbau existiert.

Dieses Bild bot sich den Mitgliedern des Sportausschusses, die am 25. August einen Ortstermin im Hallenbad Spandau-Süd an der Gatower Straße hatten. Und natürlich stellten sie auch die Gretchenfrage: Wann ist hier alles fertig? "Im viertel Quartal dieses Jahres", lautete die immer gleiche Antwort von Matthias Oloew, Sprecher der Berliner Bäder Betriebe (BBB). Näher wollte er den Termin nicht eingrenzen. Also irgendwann zwischen Anfang Oktober und Ende Dezember. Eine lange Frist. Und manchen Ausschussmitgliedern kamen sogar Zweifel, ob sich dieser Zeitraum wirklich einhalten lässt.

Ohnehin ist die Badsanierung schon bisher eine unendliche Geschichte. Seit 2010 ist die Halle geschlossen, weil die Deckenkonstruktion marode war. Bis die Arbeiten begannen, gingen zwei weitere Jahre ins Land, denn es wurden weitere Schäden festgestellt und das gesamte Vorhaben verteuerte sich. Insgesamt wird die Sanierung mehr als zehn Millionen Euro kosten.

Dafür bekam das Gebäude nicht nur ein neues Dach und neue Fenster, sondern wurde auch energetisch auf Vordermann gebracht. Außerdem wurde die bisher gemeinsame Wasseraufbereitung von Hallen- und Freibad getrennt. Sie hatte den Nachteil, dass zum Beispiel im Sommer auch das Wasser in der Schwimmhalle die gleiche Temperatur hatte wie der Außenbereich, obwohl das Hallenbad zu dieser Zeit gar nicht genutzt werden konnte.

Manche Ausschussmitglieder hätten sich bei der Sanierung weitere Veränderungen im Bad gewünscht. Etwa ein Nichtschwimmerbecken mit durchgehend gleicher Wassertiefe. Solche Umbaumaßnahmen seien schon wegen der Mittelvergabe nicht möglich gewesen, erklärte Matthias Oloew. "Das Geld kommt größtenteils aus dem Umweltentlastungsprogramm. Daraus werden aber nur Arbeiten genehmigt, die mehr oder weniger streng diesem Zweck dienen."

Immer wieder beklagte der Sprecher auch, dass die 40 Jahre alte Anlage in Spandau-Süd nicht mehr den Anforderungen einer heutigen Badeanstalt entspreche und ein Abriss und Neubau eigentlich die bessere Lösung gewesen wäre. Deutlich werde das auch beim Saunabereich. "Was dessen Größe und Ausstattung betrifft, wird sich wahrscheinlich kaum ein Betreiber dafür finden." Deshalb bleibt die Sauna auch nach der Wiedereröffnung des Bades geschlossen.

A propos Betreiber. Keine Aussagen wollte Oloew auch darüber machen, ob es zu einer Übergabe des Hallenbades an die Wasserfreunde Spandau 04 kommt oder zum Stand der Verhandlungen. Aber inzwischen sind die Pläne, wie bereits im Spandauer Volksblatt berichtet, ein offenes Geheimnis. Auch wenn die Wasserfreunde dort zum Zug kommen, könnten die Besucher mit ähnlichen Öffnungszeiten rechnen, wie in den von den Bäderbetrieben direkt unterhaltenen Anlagen, war inzwischen ebenfalls zu erfahren.


Thomas Frey / tf
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