Gehbehinderte können Busse nur eingeschränkt nutzen

Wilhelmstadt. Nutzer des öffentlichen Personennahverkehrs auf der Heerstraße in Richtung City haben es derzeit nicht leicht.

Wegen der Sperrung der Freybrücke für Fahrzeuge über 18 Tonnen entfallen bis zur Fertigstellung der Ersatzbrücke die Buslinien X 34 und X 49. Momentan verkehrt dort nur der M 49. Und die überwiegend auf dieser Linie eingesetzten Eindecker hält Alexander Fabian (76) aus Pichelsdorf, für denkbar ungeeignet.

Fabian stört vor allem deren eingeschränkte Nutzbarkeit für Gehbehinderte. "Menschen, die weniger gut zu Fuß sind, können nur einen Teil dieser eh meist voll besetzten Busse nutzen", sagt der Senior. Er weiß, wovon er spricht. Seit einer Operation hat er selbst Probleme mit dem Laufen. Den hinteren Teil der Busse könnten Fahrgäste nur über drei Stufen erreichen. Damit sei dieser Teil des Busses für Gehbehinderte unerreichbar.

Nur zum Teil barrierefrei

"Alle unsere Busse sind barrierefrei", sagt dagegen Petra Reetz, Sprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Dies gelte selbstverständlich auch für die derzeit auf der Linie M 49 eingesetzten Eindecker. Da habe die BVG einen hohen Standard. "Die Stufen gibt es in den sogenannten Low-entry-Bussen, die nur im vorderen Teil bis zur mittleren Tür und dem Mehrzweckabteil niederflurig sind", sagt Reetz. Das hintere Drittel sei hochflurig und über einige Treppen zu erreichen. "Der Hintergrund dafür ist, dass so die technischen Aggregate und der Motor günstiger angeordnet werden können und wir auch wieder nach hinten eine Glasscheibe einsetzen können", begründet die BVG-Sprecherin.

Fabian stellt diese Antwort nicht zufrieden. "Ich halte diese Busse in jeder Hinsicht für einen Rückschritt", sagt er. Auf anderen Linien verkehrten ja auch Busse, die bis in den hintersten Teil stufenlos begehbar seien. Fabian: "Dass in diesen Bussen hinten keine Fensterscheibe ist, hat für ihre Nutzbarkeit keinerlei negative Folgen."


Michael Uhde / Ud
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