Werk vor dem Aus? Weiterer Stellenabbau bei CNH Industrial Baumaschinen

Berlin: CNH Industrial Baumaschinen GmbH |

Spandau. Von den einst 500 Beschäftigten arbeiten heute noch knapp über 100 an der Staakener Straße – nun will der Fiat-Konzern sein Baumaschinenwerk CNH (Case New Holland) Industrial offenbar endgültig aufgeben.

„Für die Entscheidung fehlt mir jegliches Verständnis“, sagt die Spandauer SPD-Abgeordneten Burgunde Grosse. Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) in der SPD Spandau kritisiert die Fiat-Pläne scharf. Diese hatte die Geschäftsführung am 19. November im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung verkündet. „Wie es scheint, will der Konzern seinen Kahlschlag bei CNH in Spandau nun vollenden und alle Arbeitsplätze in der Produktion ersatzlos streichen.“

Rückblick: Ein 107-tägiger Streik bei der CNH Industrial Baumaschinen GmbH im Jahr 2006 ging zwar als einer der längsten Ausstände in die Geschichte der Hauptstadt ein, konnte aber nicht verhindern, dass der Fiat-Konzern in seinem Spandauer Werk mehr als 330 Stellen strich. In der Produktion gab es danach nur noch eine Handvoll Mitarbeiter, der Rest arbeitete im Marketing, Vertrieb und in der Buchhaltung. Nach Angaben der AfA-Vorsitzenden ist nun geplant, die noch an der Staakener Straße verbliebene Produktion von Gradern – das sind Spezialmaschinen für den Straßenbau – spätestens im kommenden Sommer ins Fiat-Werk in Lecce/Italien zu verlegen. Auch die technische Erprobung und der Bereich „Engineering“ sollen wegfallen. Die wenigen (noch) nicht betroffenen Angestellten in der Finanzabteilung fürchten nun ebenfalls um ihre Jobs.

„Das ist doch wohl ein Sterben auf Raten“, sagt Burgunde Grosse. „Schlimm, wenn man bedenkt, dass hier Fördermittel des Landes Berlin in mehrfacher Millionenhöhe geflossen sind.“ Die Abgeordnete sichert den CNH-Beschäftigten ihre Solidarität zu, sieht aber kaum eine Chance, die Schließung noch abzuwenden. „Leider haben wir so gut wie keine Handhabe bei diesen unternehmerischen Entscheidungen.“ Auch die Gewerkschaft kann das Aus nicht verhindern, und dem Betriebsrat bleibt nur, für die betroffenen Kollegen Abfindungen und Auffangmaßnahmen – wie zum Beispiel Weiterbildungen – zu erkämpfen. bm
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