Rathausleerzug komplett - Bezirk zieht Bilanz

Pause vor der neuen Nutzung: Das Rathaus Wilmersdorf wartet nun auf seinen Umbau für Landesrechnungshof und Landesarbeitsgericht. (Foto: Schubert)

Charlottenburg-Wilmersdorf. Erst die Entbehrung, dann die Ersparnis: Nach der Trennung vom Rathaus Wilmersdorf zum Jahresbeginn legt die Immobilienstadträtin nun konkrete Zahlen vor. Und erklärt, wohin die sieben 7 Millionen Euro flossen.

"Nur noch einige kleinere Nacharbeiten" seien im Gange. Aber alle wesentlichen Maßnahmen des Großprojekts Rathausleerzug sind laut Immobilienstadträtin Dagmar König (CDU) zum Ende gekommen. Im Haushaltsausschuss der BVV verlas sie jetzt erstmals Zahlen, die deutlich machen, wie das Stühlerücken in weiten Teilen der bezirkseigenen Häuser für Veränderungen sorgte. Dabei investierte der Bezirk 4 Millionen Euro aus der eigenen Kasse und finanziert weitere 3 Millionen Euro über ein Darlehen des Senats.

Vergleichsweise klein blieben dabei die Kosten für Begleitmaßnahmen wie eine Umstellung der IT-Technik (383 000 Euro) und externe Hilfsleistungen (143 000 Euro). Umso größer wirkt die Investition von 6 Millionen Euro in bauliche Maßnahmen, wobei ein Teil vorgezogenen Sanierungsmaßnahmen bei Bestandsbauten zugute kam. Die größten Baustellen im Einzelnen: Die ehemalige Rudolf-Diesel-Schule in der Prinzregentenstraße, wo die Einquartierung der Volkshochschule 1,3 Millionen Euro verschlang, das Dienstgebäude im Hohenzollerndamm mit einer Million Euro, der Mosse-Stift mit 574 000 Euro, der Standort Leistikowstraße mit 554 000 Euro und das Gelände der Gartenarbeitsschule in der Dillenburger Straße mit 336 000 Euro.

Keinen einzigen Euro kostete den Bezirk hingegen der Einzug eines Bürgeramts in die Wilmersdorfer Arcaden. Denn die Behörde, welche bis dato im Rathaus Charlottenburg Kunden empfing, zog in Räumlichkeiten, die das Center in der Wilmersdorfer Straße aus eigenen Mitteln herrichten ließ.

Zur Ersparnis durch den Wegfall des Rathauses Wilmersdorf liegen bislang nur Schätzungen vor. Je nachdem, wie sich die Nebenkosten in den umso mehr genutzten anderen Gebäuden erhöhen, rechnet König mit einem Vorteil von 2,5 Millionen Euro pro Jahr.


Thomas Schubert / tsc
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