Stefan Evers im Salongespräch mit Ole von Beust

Lernen vom Großstadt-Versteher: Der CDU-Abgeordnete Stefan Evers (l.) empfing Ole von Beust, der inzwischen als Berater wirkt. (Foto: Schubert)

Wilmersdorf. Wie verdoppelt man ein Wahlergebnis? Wie regiert es sich mit Grünen? Warum hat es die CDU in Großstädten schwer? Auf Einladung des Wilmersdorfer Abgeordneten Stefan Evers erklärte Hamburgs Alt-Bürgermeister Ole von Beust, wie man als Konservativer auch jenseits der Stammwählerschaft landen kann.

Er bändigte Populisten, konnte mit den Grünen. Und er wird immer noch gerne gefragt, wie man mit konservativer Politik in einer modernen Großstadt die absolute Mehrheit gewinnt. Ole von Beust, von 2001 bis 2010 Erster Bürgermeister von Hamburg, stellte sich nun den Fragen des CDU-Stadtentwicklungsexperten Stefan Evers.

Wie also geht das? Wie holt man fast 50 Prozent in einer großen Stadt?

"Ich war der Drachentöter", entgegnete von Beust. Gemeint ist die Entlassung seines Koalitionspartners Roland Schill in dem Moment, als der ihn erpressen wollte. Diese klare Haltung hätten die Wähler bei der Neuwahl honoriert. Ansonsten sei das Wahlprogramm auch nicht anders gewesen als in 25-Prozent-Zeiten. "Authentizität" - also glaubwürdig eigenständige Positionen vertreten - das werde belohnt.

Wie er zur Alternative für Deutschland stehe, wollte Evers ebenfalls wissen. Von Beust rät dazu, sich mit ihren Positionen zu beschäftigen und auf Verteufelung zu verzichten. "Die AfD zu dämonisieren, macht sie nur stark."

Für Evers steht jedenfalls schon fest: "In dem Zustand sind sie kein Option für 2016 in Berlin." Von Beust stimmte zu: "Wenn es möglich ist, mit den Grünen etwas zu machen, ist mir das tausendmal lieber."

Mit denen konnte er erfolgreich regieren, schätzte bei ihnen Loyalität, Humor und die Bereitschaft, Opfer zu bringen - etwa beim Bau eines Kohlekraftwerks.

Zuletzt widmete sich das Wilmersdorfer Salongespräch, das künftig regelmäßig mit wechselnden Gästen stattfinden soll, der Großstadttauglichkeit der CDU.

Hier empfiehlt von Beust seinen Berliner Parteifreunden eine solide Lässigkeit anstatt des Wunsches, die Menschen vor sich selbst zu schützen. "Es braucht das Vertrauen, dass manche Dinge sich von selbst regeln." Bürgerlich sein, das heiße Vertrauen in den Bürger haben. "Aber wir rufen gleich nach einem Gesetz."


Thomas Schubert / tsc
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