Asbestsanierung am DRV-Gebäude geht voran

Die Demontage der Fassadenteile schreitet zusehends voran. Doch wer für 2015 eine neue Optik erwartet, wird enttäuscht. (Foto: Schubert)

Wilmersdorf. Asbest verbaut - diese Diagnose traf das Hochhaus der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV) am Hohenzollerndamm wie so viele 70er-Jahre-Bauten der Stadt. In diesem Fall entschied man sich für eine aufwendige Sanierung.

100 Meter hoch, Platz für 1300 Mitarbeiter auf 23 Etagen. Bis zum Jahre 2010 war der silberfarbene Pfeiler am Hohenzollerndamm einer der markantesten Arbeitsplätze in Wilmersdorf. Seit Beginn der Sanierungsarbeiten erfolgt die Bearbeitung von Rentenunterlagen im Dienstgebäude an der Soorstraße in Westend, wo die Belegschaft unterkam. 175 Millionen Euro lässt sich die Deutsche Rentenversicherung Bund das Modernisierungsvorhaben kosten - vollständig finanziert aus dem eigenen Haushalt. Voraussichtlich im Herbst 2015 kehrt in den Büros wieder Leben ein.

Bis dahin soll der Austausch der Gebäudeelemente zum Ende kommen. Seit einiger Zeit sind die Arbeiten noch außen hin deutlich sichtbar. Nach und nach demontieren Bauarbeiter alle Paneele der Fassade. In der metallischen Haut klaffen derzeit große Lücken, die manche Betrachter vermuten lassen, das Gebäude solle beseitigt werden. Dies ist zwar nicht der Fall, stand aber zumindest zur Debatte. Jedoch wäre ein vollständiger Abriss und Neubau des asbestbelasteten Büropfeilers die DRV noch teurer zu stehen gekommen. So entschied man sich für eine Sanierung.

Für Unruhe sorgte das Projekt im vergangenen Dezember, als der Fernsehsender rbb auf einen Zahlungsrückstand aufmerksam machte. Demnach hatten 25 rumänische Bauarbeiter, die ein Subunternehmen einsetzt, wochenlang keine Entlohnung erhalten.

Nach Bekanntwerden sorgte die DRV für eine Klärung des Problems. "Unser Haus nimmt die Angelegenheit sehr ernst", sagt DRV-Sprecher Dirk von der Heide. "Nach den vertraglichen Bedingungen der Deutschen Rentenversicherung Bund, die wir mit Unternehmern vereinbart haben, müssen alle auf unseren Baustellen tätigen Arbeitskräfte

entsprechend den rechtlichen Standards eingesetzt und vergütet werden. Die betroffenen Bauarbeiter haben den noch ausstehenden Lohn kurzfristig durch den von uns beauftragten Unternehmer ausgezahlt bekommen", erklärt er das Ende des Falls.

Seitdem schreitet die Demontierung der Fassadenteile problemlos voran. Auf ein neues Äußeres darf man allerdings nicht spekulieren: Das 1977 erbaute Hochhaus soll bei seiner Wiedereröffnung im Herbst 2015 so aussehen wie früher.


Thomas Schubert / tsc
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