Rüdinet will ein Boulodrome anlegen

Peter Starmann, Gisela Sandow, Sylvia Hucke, Peter Fiegel, Gerd Stumper und Katta Tusche haben Freude am Boulespiel. (Foto: Wecker)

Wilmersdorf. Im nächsten Jahr soll am Ludwig-Barnay-Platz ein Boulodrome eingerichtet werden. "Die grundsätzlichen Absprachen mit dem Grünflächenamt sind bereits erfolgt", teilt Gerd Stumper von Rüdinet mit.

Die Modalitäten über die Finanzierung stehen noch aus. Grundsätzlich wird die Anwohnerinitiative Rüdinet die Anlage bezahlen. Es ist aber auch denkbar, dass Rüdinet das neben der heutigen "wilden" Bahn befindliche Blumenbeet pflegt und sich das Grünflächenamt dafür mit einer materiellen Unterstützung erkenntlich zeigt.Als sich Rüdinet vor zwei Jahren entschloss, ein neues Angebot für Freizeitaktivitäten im Kiez aufzubauen, das zwischen Sport und Spiel liegt und gleichermaßen Jung wie Alt anspricht, hat es mit der Entscheidung für Boule ein glückliches Händchen gehabt. Es fanden neue Mitglieder zu der Initiative, die den Anfängern in dieser von den Südfranzosen mit viel Leidenschaft gepflegten Sportart soviel Unterstützung gaben, dass bei Rüdinet der Ehrgeiz erwacht ist, auch im Wettkampfbetrieb mitspielen zu wollen. Einer dieser Neulinge ist Peter Starmann, der das Spiel zunächst von einer Pariserin lernte. Als Ehefrau folgte sie Peter Starmann nach Wilmersdorf. Aus der Verwandtschaft kommt ab und zu Alain zu Besuch, der zu den 100 besten Petanquespielern Frankreichs gehört.

Boule ist ein Kugelspiel, das in mehreren Variationen gespielt wird. Die von Rüdinet betriebene Art ohne Anlauf heißt Petanque. Mit Peter Fiegel kam ein weiterer versierter Boulespieler zu Rüdinet. Der hatte schon einmal kräftig bei den "Schöneberger Kugelköpfen" mitgemischt. Als er erfuhr, dass dieser Sport nun auch vor seiner Haustür gepflegt wird, erwachte die fast zehn Jahre eingeschlafene Leidenschaft für das Spiel wieder. Er kam zu Rüdinet und bereichert die Anfängergruppe mit seinen taktischen Kenntnissen. Katta Tusche, Sylvia Hucke und ihre Freundin Gisela Sandow schauten zunächst nur der herumalbernden Truppe zu, die eine "ruhige Kugel" schob, und sich bisweilen fast am Boden liegend um die Lage von Kugeln zu einem "Schweinchen" stritt. Das fanden sie so lustig, dass sie baten, auch mal eine der Kugeln werfen zu dürfen. Sie haben die dann nicht mehr losgelassen, sodass langsam eine Mannschaft heranwächst, für die sich die Anlage eines wettkampfgerechten Boulodromes mit zwei Bahnen lohnt.

Die Boulespieler vom Ludwig-Barnay-Platz sind dennoch keine von Ehrgeiz besessenen Leistungssportler: "Den Boulespieler zeichnet seine äußere Gelassenheit aus", erklärt Peter Fiegel. "Im Vordergrund stehen die Geselligkeit, die Gespräche und der gemeinsame Spaß - kurz die leichte französische Lebensart des savoire vivre."

Die Boulespieler treffen sich immer mittwochs um 18 Uhr am Ludwig-Barnay-Platz.

Frank Wecker / FW
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