Anwohner vom Lehniner Platz vermissen alte Bude

Etwas fehlt: Anwohner des Lehniner Platz finden zwar sonnabends einen Wochenmarkt vor, aber nicht mehr ihren geschätzten Kiosk samt Toilette. (Foto: Schubert)

Charlottenburg-Wilmersdorf. Die Parkplätze sind verschwunden, ein plätschernder Brunnen lockt spielende Kinder, Bänke laden zum Verweilen an - so weit findet der umgebaute Lehniner Platz Gefallen. Nur der beliebte Zeitungskiosk ist verschwunden. Und wird so schnell auch nicht durch einen neuen ersetzt.

Ob diese Unterschriftenkampagne tatsächlich etwas nützt? Zumindest ist die im Restaurant Locanda ausliegende Liste schon mit etlichen Namen besetzt. Und auch Wirtin Iris hätte nichts dagegen, wenn sich der dringende Wunsch der Anwohner des Lehniner Platzes doch noch verwirklicht: die Rückkehr des Kiosks, am besten samt Toilettenhäuschen - "gerade das wäre extra wichtig." Die inzwischen verschwundene Bude habe einst der Vater des letzten Betreibers eröffnet, erzählt Iris. Doch im Zuge der Neugestaltung des Platzes musste sie zum allgemeinen Bedauern schließen.

Zu den Unzufriedenen zählt auch Berliner Woche-Leserin Irmgard Brückner. Als vor einigen Wochen Arbeiter einen Bauzaun errichteten, da gab es bei ihr echte Hoffnung, dass hier das versprochene neue Häuschen entsteht. Inzwischen ist der Zaun aber wieder Verschwunden - samt der Pläne, die auf den Neubau hinweisen. Brückner und die übrigen Anwohner können sich das "merkwürdige Geschehen" nicht erklären.

Stadtentwicklungsstadtrat Marc Schulte (SPD) hingegen gibt Aufschluss: "Der Besitzer hatte gesagt, er könne einen Neubau des Häuschens selbst finanzieren. Diese Ankündigung hat sich leider nicht bewahrheitet, so dass er davon Abstand nahm." Über die Sommerpause sollen sich die Bezirksverordneten überlegen, ob sie eine neue Ausschreibung starten wollen. Entweder für ein neues Kioskhäuschen oder nur für eine Toilette. Oder sie entscheiden sich für eine Lösung, bei der die Gastronomen den Platz bespielen und dafür ihre eigenen Toiletten zugänglich machen.

Den Kiosk-Betreiber, den Locanda-Wirtin Iris nur unter dem Vornamen Samir kennt, konnte zuletzt niemand erreichen. Man vermutet ihn im Ausland. Ob er persönlich das Geschäft seines Vaters fortführen kann, wird wohl davon abhängen, ob er doch noch eine Geldquelle erschließt.


Thomas Schubert / tsc
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